Berufsweltmeisterschaft
Weltmeister Melchior zurück in der Schweiz: „Medaille ist das Pünktchen auf dem i“

Der Elektroniker Silvan Melchior (Jahrgang 1993) aus Boswil holte an der Berufs-Weltmeisterschaft in Leipzig eine von neun Schweizer Goldmedaillen. Wir sprachen mit ihm direkt nach der Ankunft in Kloten.

Mathias Küng
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Diese drei Aargauer nahmen an der Berufsweltmeisterschaft in Leibzig teil
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Silvan Melchior holt sich die Goldmedaille als Elektroniker
Lukas Hubschmid holt sich den fünften Rang in der Kategorie Informatik/Netzwerktechnik.
Sabrina Peterhans ist Dekorationsmalerin und holt sich ein Diplom.

Diese drei Aargauer nahmen an der Berufsweltmeisterschaft in Leibzig teil

AZ

An der diesjährigen Berufsweltmeisterschaft in Leipzig regnete es einmal mehr Medaillen für die Schweiz. Mit neunmal Gold und insgesamt 17 Medaillen belegt sie hinter Südkorea weltweit den zweiten Rang. Dahinter folgen Taiwan, Japan, Brasilien, Österreich und dann Deutschland. Und diesem unglaublich guten Resultat bestätigt sich einmal mehr die hohe Qualität des Schweizer Berufsbildungssystems.

Traditionell hat an Berufs-Weltmeisterschaften jeweils auch der Aargau Grund zum Feiern. Gold für den Aargau holte diesmal der Elektroniker Silvan Melchior aus Boswil. Daneben darf sich der Aargau auch über zwei Diplome freuen. Diese holten Sabrina Peterhans aus Fislisbach im Bereich Dekokrationsmalerin und Lukas Hubschmid aus Effingen im Bereich IT Netzwerktechnik.

Melchiors Aufgabe in Leipzig bestand darin, eine neue elektronische Schaltung am Computer zu entwickeln, danach herzustellen und zu testen, bei bestehenden Schaltungen Fehler zu finden, Geräte aufzubauen und Mikrocontroller zu programmieren. Melchiors Lehrbetrieb und Arbeitgeber ist das Paul Scherrer Institut, Villigen.

Für Melchior völlig unerwartet

Für Silvan Melchior kam die Goldmedaille völlig unerwartet. Denn nachdem es an den ersten drei Tagen super gelaufen ist, war er mit seiner Arbeit am vierten Tag nicht zufrieden. Vor seinem inneren Auge sah er die Medaillenränge entschwinden, wie Melchior kurz nach seiner Ankunft in Kloten zur az sagte. Er gab aber deshalb nicht etwa auf, sondern erst recht alles. Offenbar sei es den anderen auch nicht so gut gelaufen, so dass es für ihn doch gereicht habe, meint Melchior bescheiden. Es reichte für Gold - und wie!

Kann er es schon richtig glauben? Melchior: «So richtig angekommen ist es noch nicht.» Und was tut er als erstes, wenn er all die Gratulationen entgegen genommen hat? Dann will er erst mal schlafen, denn die Tage in Leipzig waren sehr anstrengend. Als nächstes geht es dann ins Ferienlager von Jungwacht/Blauring.

Ziel: in der Forschung tätig sein

Was sind seine nächsten Ziele? Melchior will die Aufnahmeprüfung für die ETH machen und bestehen. Später ist sein Ziel, wieder zurück in die Forschung zu gehen, wo er jetzt schon ist.

War die Medaille das Schönste in Leipzig?, wollen wir noch wissen. Melchior: «Die Medaille war am Schluss noch das Pünktchen auf dem i. Das Schönste war die ganze Zeit vorher, die Vorbereitungszeit mit dem Team, der Wettkampf, der Kontakt mit anderen Nationen, das bleibt!» Schon in Leipzig hatte er überglücklich gesagt: «Jedes Mal wenn ich die Medaille anschaue, werden mir vier geniale Tage in Erinnerung kommen.»

Den Jubelschrei von Silvan Melchior und die Interviews mit den Besten unter den Besten hören Sie hier.