Getestet
Welches ist der schönste Bahnhof unserer Region?

Der neue Bahnhof Aarau wird heute offiziell mit einem grossen Fest eröffnet. Wir wollen nun wissen, welches der schönste Bahnhof mit Interregio-Halt im az-Verbreitungsgebiet ist. Stimmen Sie ab und lesen sie hier das grosse Rating.

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Am Hauptbahnhof Zürich kann man sich für einen Tag ein Fahrrad ausleihen oder die Reifen seines eigenen Velos pumpen lassen - beides kostenlos. In der Velostation Aarau kostet Luft 50 Rappen pro Velorad, dafür ist der Preis für eine komplette Reinigung mit 24 Franken günstig. Relativ günstig, denn in Olten machts die Velowerkstatt bei den Gleisen schon für eine Zehnernote.

So haben wir bewertet

Bei der Bewertung der Bahnhöfe haben wir einheitliche Kriterien festgelegt. Getestet wurde überall nach einem einheitlichen vorher festgelegten Vorgehen.

• A Parkplätze Parkmöglichkeiten für Autos und Fahrräder.

• B Sanitäre Anlagen Sauberkeit/Öffnungszeiten der Toilletten.

• C Information/Tickets Wie ist das Informationsangebot auf dem Bahnhof, wo können wie lange Billete gekauft werden?

• D Perrons Wie sind sie zugänglich und beschaffen? Wie ist der optische Eindruck?

• E Zugänglichkeit Ist der Bahnhof behindertengerecht gestaltet und rollstuhlgängig?

• F Verpflegung Wie ist das Verpflegungs- und Einkaufsangebot? Wie sind die Öffnungszeiten?

Jeder Bahnhof hat seine besonderen Vorzüge und jeder ist irgendwo verbesserungswürdig. Lediglich in einem Punkt haben sie sich bei unserem Test nicht unterschieden: Auf jedem Bahnhof, den wir unter die Lupe genommen haben, sind die angekündigten Züge pünktlich angekommen und ebenso pünktlich abgefahren.

Der grosse az-Test

Bei unseren Tests aller Bahnhöfe mit Interregio-Halten im az-Verbreitungsgebiet waren weder Pünktlichkeit noch Frequenz der an- und abfahrenden Züge ein Bewertungskriterium. Wir wollten vielmehr wissen, was die Bahnhöfe rundherum zu bieten haben. Getestet haben in den Regionen Basel und Solothurn zwei az-Mitarbeiter, die regelmässig mit der Bahn fahren sowie im Limmattal (mit Zürich) und im Aargau (mit Olten), ein Reporter, der meistens im Auto unterwegs ist.

Angewandt haben alle drei Tester die gleichen Kriterien (siehe Katalog links oben) nach einem zuvor detailliert festgelegten Vorgehen. Die Testergebnisse wurden am Schluss noch einmal abgeglichen und besprochen, um eine möglichst hohe Einheitlichkeit erreichen zu können.

Überraschung im Aargau

Anlass für den Test war die bevorstehende Eröffnung des neuen Bahnhofs in Aarau. Ausgerechnet er sorgte für die Überraschung im Aargau - und kam mit 16,5 Punkten lediglich auf den 5. Gesamtrang. Grund dafür ist einerseits, dass der aktuelle Zustand beurteilt worden ist. Weil noch nicht alles fertig ist, gab es beispielsweise bei Velo-Parkplätzen nicht die volle Punktzahl. Abzug gab es weiter für die zwar aufgefrischten, aber nach wie vor düsteren Unterführungen sowie für die WC-Anlage, die zwar gediegen und sauber, aber nur von 6 bis 24 Uhr geöffnet ist. Bei den WC-Anlagen hat hingegen der Bahnhof Baden mit 24 Stunden Öffnungszeit und tiefen Benützungsgebühren Zusatzpunkte geholt. Unerwartet im Aargau ist weiter der 4. Rang für den Bahnhof Brugg. Dieser ist zwar alt, in vielen Bereichen jedoch sehr zweckmässig eingerichtet. Das hat bei der Punktierung eingeschenkt.

Grosse genügen Ansprüchen nicht

Die beiden internationalen Bahnhöfe in der Region Basel, der Bahnhof SBB und der Badische Bahnhof, genügen beide den Ansprüchen nicht. Während der Bahnhof Basel SBB ein vorbildliches Verkehrskonzept beim Park & Ride hat und im Informations- und Gastronomieangebot gemessen an seiner hohen Nutzungsfrequenz nicht ausreichend abschneidet, ist es beim Badischen Bahnhof genau umgekehrt: Essen und Infos bekommt man bis in den späten Abend; für Parkplatzsucher und Rollstuhlfahrer ist der Bahnhof aber ein Geduldsspiel. Die dezentralen Bahnhöfe im Baselbiet (inklusive Rheinfelden) sind insgesamt durchschnittlich. Lediglich Sissach und Gelterkinden stechen durch besondere Kundenfreundlichkeit hervor.
Leider noch Drogen und Littering

Der Bahnhof Solothurn präsentiert sich seit einem Jahr im neuen, grosszügigeren Gewand und belegt in der Region zusammen mit Langenthal und vor Grenchen Nord, Oensingen und Grenchen Süd auch klar den Spitzenplatz: Der Bahnhofplatz wurde umgestaltet und ist nun auch oberirdisch zugänglich. Die Unterführung, die einst als Zugang diente, wurde froschgrün angemalt und beherbergt nun eine Velostation mit bewachtem und unbewachtem Bereich. Trotzdem trügt der Schein am Solothurner Bahnhof zuweilen: Noch immer ist der Ort ein Drogenumschlagplatz. Und auch das Thema Littering ist nach dem Umbau leider noch nicht vom Tisch.