Raserei

Was passiert nach einem Unfall mit einem Raser?

Was passiert mit einem Raser nach dem Unfall? (Symbolbild)

Was passiert mit einem Raser nach dem Unfall? (Symbolbild)

Auf den Aargauer Strassen war dieses Wochenende wieder der Teufel los. Für das meiste Aufsehen sorgte wohl eine Kollision in Wohlen. Und genau solche Ereignisse werfen die Frage auf: Was nun mit dem Schuldigen?

Am vergangenen Sonntag verlor ein 19-jähriger Lenker in Wohlen die Kontrolle über sein Fahrzeug und prallte in ein korrekt entgegenkommendes Auto. Darin befanden sich ein 41-jähriger Familienvater und seine elfjährige Tochter, beide wurden schwer verletzt.

Dies ist bloss einer von unzähligen Unfällen, die am Wochenende durch Raserei oder Alkohol am Steuer verursacht wurden. Viele Fragen bleiben offen nach einem solchen Ereignis. Doch was passiert eigentlich mit einem «Raser» unmittelbar nach dem Unfall?

Detaillierte Befragung

Bernhard Graser von der Kantonspolizei Aargau erklärt: «Sobald die Polizei an einer Umfallstelle eintrifft und vermutet oder gar weiss, wer der Unfallverursacher ist, findet eine detaillierte Befragung zum Unfallhergang statt. Ausserdem wird der Führerausweis abgenommen. Der vollständige Entzug des Ausweises liegt dann in der Macht des Strassenverkehrsamtes.»

Was die Polizeibeamten jedoch verordnen, ist eine Blut- und Urinprobe, um sicher zu stellen, ob der Lenker unter Alkohol- oder Drogeneinfluss stand.

Gleichzeitig werden der Ort des Geschehens sowie alle betroffenen Fahrzeuge von Experten begutachtet. Die sogenannte «Expertise» wird bereits durch die Staatsanwaltschaft vollzogen. Diese vernimmt auch mutmassliche Beschuldigte und Zeugen. Im Falle einer Anklage gegen den Unfallverursacher wird dann eine Anklageschrift an das zuständige Bezirksgericht weitergeleitet.

Was für eine Strafe eine Person erwartet, die wegen überhöhter Geschwindigkeit einen Unfall verursacht hat, hängt ganz vom Unfallhergang ab.

Versicherung sagt nein

Was dann aber noch auf den Unfallverursacher zukommt, sind die Probleme mit der Versicherung. Je fahrlässiger ein Unfall verursacht wurde, desto härter sind die Massnahmen einer Versicherung, wie eine Sprecherin von AXA Winterthur erklärt.

Es können etwa Leistungen gekürzt werden, was bedeutet, dass der Unfallverursacher Teilkosten übernehmen muss - oder die Leistungen können vollständig verwehrt werden, wobei der «Raser» die vollen Kosten trägt.

Denkbar ist auch eine Prämienerhöhung oder -  aufgrund des gebrochenen Vertrauens - gar ein Ausschluss aus der Versicherung. Für den betroffenen Automobilsten dürfte es dann relativ schwierig werden, bei einem anderen Unternehmen eine Versicherung abzuschliessen.

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