Umfrage
Was Aargauer ärgert: Atomkraftwerke, Staus und die Politiker

Was Aargauern nicht gefällt, sind Atomkraftwerke, Staus und die Politiker. Die Unzufriedenheit hält sich allerdings in Grenzen. Die Unterschiede zwischen links und rechts sind ebenfalls nicht allzu gorss. Das zeigt eine repräsentative Umfrage der az.

Urs Moser
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Was Argauerinnen und Aargauer am meinsten ärgert

Was Argauerinnen und Aargauer am meinsten ärgert

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Die Aargauer sind mit dem Aargau alles in allem wirklich sehr zufrieden. Fragt man sie, was ihnen hier denn nicht gefällt, sprudelt es nicht aus ihnen heraus, sondern die meisten antworten spontan: gar nichts. 29 Prozent der Befragten gaben in der Demoscope-Umfrage zu Protokoll, sie hätten nichts zu bemängeln, 13 Prozent fiel zumindest nichts Konkretes ein, das sie auszusetzen hätten.

Mit gleich vielen Nennungen ex aequo auf dem ersten Platz der Ärgernisse: die Atomkraftwerke, die Politik ganz allgemein und schlechte Verbindungen im öffentlichen Verkehr.

Fukushima-Effekt bei der Umfrage?

Bemerkenswert ist hier wohl nicht unbedingt, dass im «Atomkanton» Aargau die Kernkraftwerke unter den grössten Ärgernissen rangieren, sondern eher, dass auch nach der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima sich die Ängste in mehr oder weniger engen Grenzen zu halten scheinen (die Umfrage wurde in der Zeit vom 18. April bis 3. Mai durchgeführt). Waren es doch nur
7 Prozent, die auf die Frage, was ihnen im Aargau nicht gefällt, die Atomkraftwerke nannten.

Bei den Befragten, die sich selber als politisch links einstufen, waren es mit 18 Prozent zwar wesentlich mehr, der Wert nimmt sich für Linkswähler aber immer noch einigermassen bescheiden aus. Von den Befragten, die sich zur Rechten oder zur politischen Mitte zählen, halten nur 4 Prozent die Atomkraftwerke für ein Ärgernis. Interessant auch: In der Altersgruppe der 15- bis 34-Jährigen stösst die Kernenergie auf weniger Skepsis
(5 Prozent Nennungen) als bei den 35- bis 54-Jährigen (8 Prozent) und den über 55-Jährigen (7 Prozent).

Auffallend ist die – wenn auch angesichts der absolut gesehen wenigen Meldungen nicht allgemeine – verhältnismässig grosse Unzufriedenheit mit den Verkehrsverhältnissen. Auch hier zeigen sich klar die politischen Präferenzen. Mit dem öffentlichen Verkehr sind 12 Prozent der politisch links Stehenden unzufrieden. Bei den Aargauern, die sich rechts positionieren, sind es nur 4 Prozent. Auch az-Autor Max Dohner kam zum Befund, dass es diesbezüglich eigentlich kaum Anlass zu Klagen gibt (vgl. unten stehenden Artikel).

Rechte ärgern sich über Staus

Umgekehrt ärgern sich bei den rechts Gesinnten 4 Prozent über das Autobahn- und Strassennetz, während das bei den Befragten, die sich als links bezeichneten, nur bei einem Prozent zu Klagen Anlass gab.

Dass sich die Leute ohne nähere Spezifizierung ganz allgemein über die Politik ärgern, gehört zum Los der Politiker. Auch hier gibt es aber auffallende Unterschiede: Während das Geschlecht kaum eine Rolle spielt, meckern die über 55-Jährigen markant mehr über die Politik als die 15- bis 34-Jährigen. Die Unzufriedenheit wächst mit dem Bildungsniveau, und bei den links gerichteten Bewohnern des Aargaus gibt es weit mehr Klagen als bei den rechts stehenden.

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