Bundesgericht
Von wegen Kuscheljustiz: Raser-Kosovare muss das Land verlassen

Mehr als elf Jahre lebte ein Kosovare in der Schweiz. Jetzt muss der 26-jährige Mann das Land verlassen. Das Bundesgericht hat einen entsprechenden Entscheid des Aargauer Migrationsamtes bestätigt.

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Raser

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Keystone

Der Kosovare war 1999 im Alter von 14 Jahren im Rahmen des Familiennachzugs mit seiner Mutter und seinen Geschwistern in die Schweiz gekommen und hatte hier die Niederlassungsbewilligung erhalten. 2004 kassierte er wegen schwerer Verkehrsdelikte eine unbedingte Gefängnisstrafe von 60 Tagen sowie Bussen von insgesamt 3400 Franken. Im Mai 2008 stand er wieder vor dem Strafrichter. Das Obergericht des Kantons Aargau verurteilte den inzwischen 23-jährigen Mann wegen Gewaltdarstellungen, gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls, mehrfacher Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs, Pornographie, Verstosses gegen das Waffengesetz und erneut wegen mehrfacher grober Verletzung von Verkehrsregeln zu drei Jahren Freiheitsstrafe, wovon er ein Jahr abzusitzen hatte.

Für das Aargauer Migrationsamt war damit das Fass übergelaufen und es entzog dem Kosovaren die Niederlassungsbewilligung. Dagegen rief der junge Mann das Bundesgericht an und wollte den Richtern in Lausanne weismachen, dass der Entzug der Niederlassungsbewilligung und die damit verbundene Wegweisung aus der Schweiz unverhältnismässig seien. Er berief sich dabei auf Zeitungsberichte, aus denen hervorging, dass ein Engländer und ein Norweger mit weit längeren Freiheitsstrafen, zu denen sie wegen Gewalt- und Sexualdelikten verurteilt worden waren, in der Schweiz bleiben könnten.

Für das Bundesgericht war dieses Argument nicht relevant, weil für Verbrecher aus den EU-Ländern andere Kriterien gelten als für Personen aus der übrigen Welt. Da der Kosovare gegenüber der schweizerischen Rechtsordnung mehrfach eine ausgeprägte Geringschätzung und Gleichgültigkeit an den Tag gelegt hatte, erachtete das Gericht den Entzug der Niederlassungsbewilligung für korrekt. Dies umso mehr, als der Kosovare im Jahre 2005 von der Migrationsbehörde verwarnt worden war und auch nach der Verurteilung durch das Aargauer Obergericht im Mai 2008 erneut wegen Verkehrsdelikten – Fahren ohne Führerausweis und pflichtwidriges Verhalten nach einem Verkehrsunfall – verurteilt werden musste. (tzi)

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