Vindonissa Museum
400 Jahre alter Kachelofen in der «Vitrine Aktuell» zu sehen

In Wallbach brannte um 1600 ein Haus nieder. Der Hausrat stürzte in den Keller. Dieser Keller bietet Archäologinnen und Archäologen nun einen Einblick in das Fricktal von früher. Anlass dazu gab der Abbruch eines Bauernhauses. Die Fundstücke sind ab 11. November in der Ausstellung des Vindonissa Museums zu sehen.

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Eine Ofenkachel als Träger für die Tugend: Die Darstellung zeigt eine geflügelte Frau mit zwei Kindern und einem Hund und stellt damit die christliche Tugend der Liebe dar.
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Eine Verzierung verrät das Alter. Ab dem 17. Jahrhundert fand diese Verzierungstechnik weite Verbreitung.
Eine Momentaufnahme aus der Vergangenheit: der Brandschutt aus dem Keller ist heute eine Quelle für die archäologische Forschung.

Eine Ofenkachel als Träger für die Tugend: Die Darstellung zeigt eine geflügelte Frau mit zwei Kindern und einem Hund und stellt damit die christliche Tugend der Liebe dar.

Kanton Aargau

2019 begleiten Archäologinnen und Archäologen den Abbruch eines Bauernhauses in Wallbach. Dabei stossen sie auf eine Brandschicht mit reichlich Holzkohle, Asche und Fachwerklehm. Sie graben weiter und es kommt der Keller zutage, die alten Mauern sind bis zu einem halben Meter und höher noch erhalten. Im Keller liegen wichtige Hinweise auf das Leben im alten Fricktal um 1600, nämlich Überreste des abgebrannten Hauses und Hausrat der einstigen Bewohnerinnen und Bewohner. Durch den Brand, damals ein schwerer Schicksalsschlag, wurden diese Teile konserviert, so schreibt das Departement für Bildung, Kultur und Sport des Kantons Aargau in einer Mitteilung am Montag. Das Museum Vindonissa zeigt diese Fundstücke nun in der «Vitrine AKTUELL».

Momentaufnahme in der Vitrine

Im Rahmen einer Projektarbeit an der Universität Basel wurde eine Analyse der Fundgegenstände durchgeführt. Sie erlaubt eine Momentaufnahme des damaligen Lebens. Beispielsweise fanden sich viele Fragmente eines Kachelofens im verschütteten Keller, einige davon mit Darstellungen von Tugenden. So zeige sich auf einer Ofenkachel beispielsweise eine geflügelte Frau, begleitet von zwei Kindern und einem Hund. Sie stelle die christliche Tugend der Liebe dar, heisst es in der Mitteilung. Der Kachelofen ist in der Ausstellung zu sehen. Ebenso «Überreste eines Fischernetzes in Form von Netzsenkern aus Stein und Resten von verbrannten Netzfasern». Weitere Funde geben darüber hinaus einen Hinweis zum Zeitpunkt des Brandes. Zwei Münzen, ein Halbgroschen des Herzogtums Lothringen und ein sogenannter Teston des Königreichs Frankreich belegen, dass sich der Brand nach 1560 ereignete.

Vernissage am 11. November

Das Wallbacher Hausinventar werde nun erstmals der Öffentlichkeit präsentiert, schreibt der Kanton. Die Vernissage der kleinen Ausstellung in der «Vitrine AKTUELL» findet am Donnerstag, 11. November 2021 um 19.00 Uhr im Vindonissa Museum statt. Der Eintritt ist frei, ein Covid-Zertifikat ist erforderlich. Die Autorin der Projektarbeit stellt das besondere Hausinventar aus Wallbach vor, im Anschluss werde ein Apéro serviert.

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