FC Baden
Verhaftete FC-Baden-Fans: «Schikanierend und völlig übertrieben»

In Rapperswil wurden mehrere Fans des FC Baden verhaftet. Nun melden sich die Verdächtigen zu Wort und verurteilen die Aktion scharf.

Roman Huber
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Die wenigen pyrotechnischen Gegenstände und Knallpetarden seien mitnichten sprengstoff-ähnliche Gegenstände gewesen. Und beim von der Polizei erwähnten Vermummungsmaterial habe es sich um Sonnenbrillen und Fan-Schals des FC Baden gehandelt. Ausserdem sei ja das Fussballspiel vom vergangenen Samstag zwischen dem FC Baden und dem FC Rapperswil-Jona friedlich. Diese Stellungnahme der 20 mitgereisten FC-Baden-Fans bestätigt auch Stefan Brand, offizieller «Fan-Arbeiter».

«Bei den FC-Baden-Fans handelt es sich vornehmlich um junge Stimmungsmacher, die selber jegliche Hooligan-Aktionen verurteilen», erklärt Brand, der in Rapperswil dabei war. Wenn nun vereinzelt harmlose Knallkörper mitgeführt worden seien, dann müsse man dies als jugendlichen Unfug bezeichnen und nicht als Gefährdung der öffentlichen Sicherheit. «Es ist das gute Recht der Fans des FC Baden nach Rapperswil zu reisen, um dort ihre Mannschaft zu unterstützen.» Und Brand ergänzt: «Die Fans leben ja für den FC Baden und wollen dem Verein sicher nicht schaden.»

Wie bei einer «Hochrisiko-Partie»

«Es ist Aufgabe der Polizei für Sicherheit zu sorgen; das stellen die Fans nicht in Frage.» Die Art und Weise aber, wie sie durch die Polizei behandelt worden sind, ist nach Brands Meinung unverhältnismässig. Das habe schon vor dem Spiel begonnen.

Bereits am Bahnhof Rapperswil wurden die Fans von einem Grossaufgebot der Polizei empfangen, ausgerüstet mit Schildern, Tränengas und Gummischrotkanonen. Die rund 40 bis 50 Polizeibeamten begleiteten die Fans mit mehreren Fahrzeugen auf dem Weg zum Stadion Grünfeld in Jona. Sie seien von zwei Videokameras aus einem leicht geöffneten Türspalt eines Polizeitransporters gefilmt worden.

Ausweis vors Gesicht

Unmittelbar vor dem Stadion Grünfeld habe die Vorfreude auf das Spiel in Frust umgeschlagen, als die Polizei die Fans eingekesselt habe. Bei der Personenkontrolle seien Personalien, Adresse, Telefonnummer, Fragen zum Beruf, zur Anreise, zur Motivation des Match-Besuches etc. aufgenommen worden. Die Fans mussten ihren Ausweis neben das Gesicht halten und wurden gefilmt und fotografiert. «Das Vorgehen der Polizei wurde von den Fans als schikanierend und übertrieben empfunden», so Brand.

Besser als diese Repression sei gemäss Brand die Kommunikation mit den Fans via Fan-Betreuer, dafür gebe es aber keine Patentrezepte. Auch die Liga selbst steckt mit ihren Konzepten diesbezüglich noch in den Kinderschuhen. Der FC Baden arbeitet laufend weiter am Fankonzept und macht damit gute Erfahrungen.

Sechs der Fans seien sogleich vorübergehend verhaftet. «Sie trugen kleine Knallkörper bei sich.» Ihnen drohe nun eine Busse, Anzeige und ein gesamtschweizerisches Stadionverbot. «Dass junge Menschen derart in die Mangel genommen werden, wirkt nicht abschreckend sondern eskalierend. Der Frust, der sich durch solche Erlebnisse aufbaut, führt in Zukunft eher zu einer Verschlimmerung der Situation», sagt Brand.