Strafrecht

Vergewaltiger und Co.: Beamte wollen weniger selber entscheiden

Vergewaltiger muss lange hinter Gitter (Symbolbild)

Vergewaltiger muss lange hinter Gitter (Symbolbild)

Die Beurteilung von gefährlichen Tätern durch die interkantonale Fachkommission dauert länger als die geforderten 3 Monate. Die Kommission ist überlastet, weil der Aargau nach dem Fall Lucie die Praxis geändert hat.

Sind Mörder, Vergewaltiger oder Räuber gemeingefährlich, dürfen sie aus dem Gefängnis entlassen werden, dürfen sie auf Hafturlaub? Können die Kantone solche Fragen nicht selber beantworten, weil sie unsicher sind, dann können sie eine interkantonale Fachkommission um ihre Beurteilung fragen.

Kommission überlastet

Die Kommission ist derzeit überlastet, teilt das Regionaljournal DRS mit. Sie hat mehr als die geforderten 3 Monate, um Fälle abzuklären. Ein Grund: Der Aargau überweist der Kommission mehr Fälle. Nach dem Fall Lucie wollen die Aargauer Behörden weniger selber entscheiden, bestätigt Kommissions-Präsident Dominik Lehner.

Aargau geht auf Nummer sicher

Die interkantonale Kommission ist für 11 Kantone zuständig. 93 Fälle hatte sie 2010 zu beurteilen. 25 Fälle kamen aus dem Aargau. Nur in 9 Fällen kam die Kommission zum Schluss, dass der Täter gemeingefährlich sei. Der Kanton Solothurn hat letztes Jahr 7 Fälle an die Kommission überwiesen, wobei in 2 Fällen die Täter als gemeingefährlich eingestuft wurden.

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