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Buntes Treiben am Herbstmarkt im Reinacher Zentrum: «Die Marktstände werden immer grösser»

Der Herbstmarkt in Reinach hat eine lange Tradition. Entsprechend sind viele Marktfahrende schon lange dabei. Ein Besuch.

Cynthia Mira 1 Kommentar
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Der Markt hat in Reinach Tradition. Um 1900 fand der Markt bereits am selben Ort im Reinacher Zentrum statt.

Der Markt hat in Reinach Tradition. Um 1900 fand der Markt bereits am selben Ort im Reinacher Zentrum statt.

Cynthia Mira

Gestern fand im Reinacher Zentrum der traditionelle Herbstmarkt statt. Bereits um 10 Uhr schlenderten viele Besucherinnen und Besucher über den Markt. Mit 65 Marktständen fiel die diesjährige Ausgabe rund um das Gemeindehaus etwas kleiner aus als bisher.

Marktchef Kurt Kaufmann ist mit der diesjährigen Ausgabe zufrieden.

Marktchef Kurt Kaufmann ist mit der diesjährigen Ausgabe zufrieden.

Cynthia Mira

Wegen der Coronapandemie mussten die Abstände zwischen den Tischen vergrössert werden. Und nicht nur das: «Die Marktstände werden generell immer grösser und brauchen entsprechend mehr Platz», sagt Kurt Kaufmann aus Gontenschwil. Er ist seit 15 Jahren Marktchef und sagt:

«Es ist wichtig, dass solche Märkte durchgeführt werden, weil die Pandemie die Markthändler doppelt trifft.»

Denn, obwohl Märkte schon lange wieder durchführbar seien, würden nach wie vor viele abgesagt werden. «Eine Entschädigung für die Markthändler entfällt aber, weil sie arbeiten könnten», sagt Kaufmann. Umso wichtiger sei es, solche Plattformen anzubieten. Die Organisation sei etwas aufwendiger, aber durchaus machbar.

Der Herbstmarkt wurde auch zu einem Treffpunkt.

Der Herbstmarkt wurde auch zu einem Treffpunkt.

Cynthia Mira
Daniela Marzhol und Rolf Ludwig betreuten den Stand des Wynentaler Pilzkundevereins.

Daniela Marzhol und Rolf Ludwig betreuten den Stand des Wynentaler Pilzkundevereins.

Cynthia Mira

Neuer Stand mit Babykleidern zog viele Leute an

Auch in diesem Jahr reisten viele Händlerinnen und Händler aus der ganzen Schweiz ins Wynental. Zudem boten einige auch regionale Produkte an. Zum Beispiel verkaufte der Pilzkundeverein Wynental Glasbehälter voller Pilze. Für Kaufmann ist eine solche Produktvielfalt wichtig. Er sagt:

«Ich schaufle mir als Organisator mein eigenes Grab, wenn ich Marktstände mit gleicher Ware anfahren lasse.»

Man wolle schliesslich nicht die eigene Konkurrenz antreffen. Zirka 80 Prozent der Markthändler seien seit vielen Jahren dabei. Vereinzelt gebe es aber auch neue Ware. Hinter einem neuen Marktstand war gestern Lucia Caserta anzutreffen. Die 55-Jährige führt ihren Laden «L’ago di Lucia» in Villmergen gemeinsam mit ihrer Tochter Cle Caserta. Sie verkaufte Babykleider und Accessoires. Bisher sei sie vor allem an Marktständen im Baselbiet vertreten gewesen, sagt sie. Mit dem Markt in Reinach sei sie zufrieden:

«Es ist erst eine Stunde vergangen und ich habe für diese kurze Zeit schon sehr viel verkaufen können.»
Für Lucia Caserta war der Reinacher Markt eine gelungene Premiere.

Für Lucia Caserta war der Reinacher Markt eine gelungene Premiere.

Cynthia Mira
Ob Brot, Zuckerwatte, Körbe, Schuhe oder Kleider - das Angebot war vielfältig.

Ob Brot, Zuckerwatte, Körbe, Schuhe oder Kleider - das Angebot war vielfältig.

Cynthia Mira

Umfrage: Was haben Sie sich am Reinacher Markt gekauft?

Franziska Bolliger (38) aus Menziken: «Ich lasse mich gerne inspirieren»

Franziska Bolliger hatte zuerst einen Blick auf den Schmuck geworfen.

Franziska Bolliger hatte zuerst einen Blick auf den Schmuck geworfen.

Cynthia Mira

«Ich habe mir bisher noch nichts gekauft, aber ich habe noch Zeit, um mich inspirieren zu lassen. Ich bin gerade erst gekommen und das mache ich sowieso am liebsten auf einem Markt: Ich lasse mich inspirieren. Deshalb schlendere ich gelegentlich über solche Märkte und der Besuch hier in Reinach gehört für mich jedes Jahr auch dazu. Für mich hat der Herbstmarkt auch seinen Reiz, weil der Markt eine gute Grösse hat. Zwar war er früher etwas grösser, wenn ich mich recht erinnere, aber das macht mir nichts aus. Es hat noch genügend Produkte, die angeboten werden. Man findet etwas.»

Aliaksei Miliukou (32) aus Reinach: «Den Kindern gefallen natürlich die farbigen Ballone»

Xenia wählte sich einen Herzballon aus und winkte beim Fotoknipsen vergnügt in die Kamera.

Xenia wählte sich einen Herzballon aus und winkte beim Fotoknipsen vergnügt in die Kamera.

Cynthia Mira

«Ich bin zusammen mit meiner Frau und unseren beiden Kindern erst seit rund zwei Jahren hier in Reinach zu Hause. Wir kommen ursprünglich aus Belarus und sind innerhalb der Schweiz schon ein paar Mal umgezogen. Den Markt besuchen wir deshalb das erste Mal, aber er ist sehr schön und der Besuch hat sich auf jeden Fall gelohnt. Wir haben zwar noch nichts für uns selber gekauft, weil wir erst gerade angekommen sind. Aber den Kindern gefallen natürlich die farbigen Ballone. Das mussten wir deshalb als Erstes erledigen. Jetzt schauen wir noch, was es alles so hat. Es hat ja genug Stände.»

Heidi Kleiner (56) aus Gränichen: «Mir ist es wichtig, dass ich die Markthändler unterstütze, gerade weil ich die andere Seite kenne»

Kennt den Markt gut: Heidi Kleiner stellt selber Sirup her, den sie früher auch in Reinach verkauft hatte.

Kennt den Markt gut: Heidi Kleiner stellt selber Sirup her, den sie früher auch in Reinach verkauft hatte.

Cynthia Mira

«Früher war ich hier mit einem eigenen Stand vertreten und habe Sirup verkauft. Jetzt komme ich als Besucherin. Mir ist es wichtig, dass ich die Markthändler unterstütze, gerade weil ich die andere Seite kenne. In Aarau verkaufe ich meine Ware beim Gemüsemarkt am Graben. Zudem schätze ich es, wieder unter Leute zu kommen und Gespräche zu führen. Ich kenne hier einige der Markthändler gut. Besonders gerne schaue ich mir Handwerkliches an. Aber was für mich auf dem Reinacher Markt Tradition hat und dazugehört: Ich hole mir am Stand vom Verein für Pilzkunde Wynental eine Pilzsuppe.»

Lars Saddai (50) aus Reinach: «Wir arbeiten sonst immer»

Eher per Zufall war Lars Saddai in Reinach anzutreffen. Er kommt ursprünglich aus Bonn.

Eher per Zufall war Lars Saddai in Reinach anzutreffen. Er kommt ursprünglich aus Bonn.

Cynthia Mira

«Ob ich schon einmal hier am Markt war? Nein, es ist heute eine grosse Ausnahme, weil ich und meine Partnerin per Zufall diese Woche Ferien haben. Wir haben spontan gesehen, dass ein Markt stattfindet, und sind deshalb gekommen. Ein Besuch unter der Woche ist sonst ausgeschlossen. Etwas Besonderes gekauft habe ich mir bisher aber nicht. Und weil ich gerade gefrühstückt habe, kommt auch kein Essen zum Kauf an einem der Stände in Frage. Der Markt ist schön, gross vermisst haben wir ihn in der Pandemiezeit aber nicht. Denn wie gesagt, wir arbeiten sonst immer.»

Andrea Hofmann (45) aus Oberkulm: «Ein solcher Markt ist eines von vielen Angeboten»

Jasmin (6) wollte unbedingt einen Ballon. Dieser Wunsch erfüllte ihr Andrea Hofmann prompt.

Jasmin (6) wollte unbedingt einen Ballon. Dieser Wunsch erfüllte ihr Andrea Hofmann prompt.

Cynthia Mira

«Ich besuche den Reinacher Markt immer wieder und finde es generell wichtig, dass es solche Märkte gibt. Für den diesjährigen Besuch habe ich mir vorgenommen, neue Schweizer Oswald-Produkte zu kaufen. Aber zuerst gibt es einen Ballon für Jasmin. Wenn der Markt nicht stattgefunden hätte, wäre das zwar schade. Ich schätze auch das grosse Angebot. Aber ich finde auch, dass man dank des Zertifikats wieder sehr vieles besuchen kann. Die Auswahl an Freizeitmöglichkeiten ist gross. Ein solcher Markt ist deshalb nur eines von vielen Angeboten. Der Besuch hat sich aber gelohnt.»

Kunterbunt waren manche Stände.

Kunterbunt waren manche Stände.

Cynthia Mira
Der Herbstmarkt liess kaum Wünsche offen.

Der Herbstmarkt liess kaum Wünsche offen.

Cynthia Mira
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