Katastrophe in Japan

Ulrich Giezendanner: «Alternativ-Energien sind Wunschträume»

Ulrich Giezendanner

Ulrich Giezendanner

Die Naturkatastrophe in Japan und der drohende Super-Gau gibt SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner zu denken. Trotzdem will der Aargauer Politiker am Atom-Strom festhalten, ortet jedoch Sanierungsbedarf bei Schweizer Atomkraftwerken.

Herr Giezendanner, die SVP schweigt zum Atom-Gau in Japan. Wieso?

Ulrich Giezendanner: Ich bin nicht die SVP. Ich schweige nicht. Die Partei hat dazu nicht viel zu sagen.

Und was sagen Sie?

Persönlich bin ich von den Vorgängen in Japan sehr betroffen. Ich glaube auch, dass alles viel schlimmer ist als wir bisher wissen. Ich habe zu den Betreibern Null Vertrauen mehr. Die sagen jeden Tag etwas anderes.

Was folgern Sie daraus für die Schweiz?

Meine Haltung ist klar: Wir können die AKW nicht abstellen, aber wir müssen dafür sorgen, dass die Schweizer Kraftwerke auf einen höheren Sicherheitsstandard kommen. Wir müssen hier strengere Vorschriften erlassen. Wir können nicht einfach zur Tagesordnung übergehen.

Was fordern Sie konkret?

Das Departement Leuthard muss rasch einen Bericht abliefern, auf dessen Basis wir dann umgehend handeln müssen. Dieser Bericht muss in zwei Monaten vorliegen.

Dass man Mühleberg und Beznau I und II jetzt abschaltet, ist für sie also kein Thema?
Nein.

Auch nicht, wenn das Eidgenössische Nuklarinspektorat (ENSI) dort grössere Sicherheitsmängel finden sollte?

Nein, dann müssen die Werke umgehend saniert werden. Und zwar so, dass sie auf den höchstmöglichen Sichehrheitsstandard kommen. Oder im Fall von Mühleberg, den Staudamm des Wohlensees so verstärken, dass er erdbebensicher ist. Ich will sicheren Strom. Dafür bin ich bereit, Mittel zu Verfügung zu stellen.

Wer soll dafür aufkommen?

Dann wird es neue Finanzierungsmodelle brauchen. Ich bin dafür, dass der Bund das vorschiesst. Über höhere Stromtarife kann man das dann zurückfordern.

Dann verteuern Sie den Strom.

Ja, dafür ist er sicherer. Es sollen auch nicht alle zahlen, ich bin dafür, dass in diesem Fall der Strompreis für Private leicht erhöht wird. Das macht nicht viel aus.

Wie stehts mit Alternativ-Energien?

Alternativ-Energien sind Wunschträume. Die Schweiz braucht Atomstrom. Grüne Energie würde den Strompreis mindestens verdoppeln, das sagen die Grünen selbst. Das ist für unsere Wirtschaft nicht zu verkraften. Ohne AKW würde in der Schweiz jeder zehnte Zug stillstehen.

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