Kampf der Chöre
Ueli Kalt - Vom Bankfachmann zum Chorknaben

Als einer von vier Aargauern im Chor von Noëmi Nadelmann stellt sich Ueli Kalt aus Leuggern am Sonntag im Fernsehen SF1 der Gunst der Zuschauer.

Rosmarie Mehlin
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Fernsehauftritt

Fernsehauftritt

Walter Schwager

Vor zwei Jahren hatte sich der Bankfachmann Ueli Kalt vorzeitig pensionieren lassen. Seither kann er sich noch intensiver seinem grössten Hobby, dem Gesang, widmen, dem er seit 40 Jahren mit Leidenschaft frönt. Als er ein Jungspund war, hatte allerdings der Handball Vorrang, zuerst als Aktiver, dann 15 Jahre lang als Schiedsrichter.

Die Wochenenden waren mit Konzert- und Spielterminen völlig ausgebucht. «Schliesslich hat mich meine Gesangslehrerin eines Tages gewarnt: Entweder pfeifen oder singen», erinnert sich Kalt schmunzelnd.

Sein Entscheid war klar: 25 Jahre lang «Die Herberts», Konzerte der Bucherchöre zusammen mit namhaften Solisten, bis heute der Männerchor Leuggern sowie Engagements als Solist an Hochzeiten und Beerdigungen prägten und prägen die Freizeit des heute 62-Jährigen.

Logisch, dass Kalt nicht widerstehen konnte, als er vom Casting für «Kampf der Chöre» erfuhr. «Da ich vom klassischen Gesang herkomme und von Konzerten der Bucherchöre Noëmi Nadelmann gut kenne, war es klar, dass ich mich für ihren Chor bewarb.»
Am 19. September war das Casting im Grand Hotel Dolder.

«Kampf der Chöre»

Ab dem 24. Oktober strahlt das Schweizer Fernsehen SF1 «Kampf der Chöre» aus. Acht prominente Schweizer Musikerinnen und Musiker, unter anderem Maja Brunner, Michael von der Heide, Fabienne Louves und Noëmi Nadelmann, haben dazu mittels Castings ihren persönlichen 20-köpfigen Chor zusammengestellt. In sechs Shows, live aus der Bodensee-Arena Kreuzlingen und moderiert von Sven Epiney, treten die Chöre mit selbst gewählten Hits gegeneinander an. Per Telefon-Voting bestimmen die Fernsehzuschauer, welcher Chor eine Runde weiterkommt und wer schlussendlich am 28. November Sieger ist. (rmm)

Gegen 150 Männer und Frauen waren ab 8 Uhr morgens dort. Um 21.30 Uhr waren die 10 Sängerinnen und 10 Sänger ausgewählt. «Darunter sind Sopranstimmen mit sensationeller Power», schwärmt Tenor Ueli Kalt. Er hatte beim Casting «Le ranz des vaches» und Mozarts «Bildnisarie» vorgetragen. Mit ihm zusammen haben es drei weitere Aargauer in Nadelmanns Chor geschafft: Alain Foro aus Rütihof, Urs Frutiger aus Beinwil am See und Radovan Jovanovic aus Mellingen.

Gestern haben alle acht Chöre (in denen noch einige andere Aargauerinnen und Aargauer mitsingen) in Kreuzlingen den ganzen Tag die Show geprobt und heute gehts damit weiter. Um 20.05 Uhr dann heisst es live «Auf in den Kampf». Die Lieder, die vorgetragen werden, könnten unterschiedlicher kaum sein. Sie haben nur eines gemeinsam: Keines darf länger als zwei Minuten dauern. Auch nicht das einzige klassische, Händels «Halleluja», welches das Team Nadelmann vorträgt.

«Was wir in der nächsten Runde - falls wir weiterkommen - singen werden, erfahren wir erst heute nach der Show und bekommen auch die Noten ausgehändigt. Jeder muss das Stück dann für sich einstudieren, denn bis zum nächsten Sonntag gibt es nur zwei Chorproben.» Ueli Kalt ist begeistert vom Nadelmann-Team: «Wir sind eine aufgestellte, aber auch selbstkritische Truppe.» Selbstverständlich hat der Leuggemer Werbung für das Team gemacht und hofft auf ein Super-Voting für das «Halleluja». Immerhin besteht der Chor zu einem Fünftel aus Aargauern - da muss es doch einfach klappen!