Kantonsschule Zofingen
Über 40 Jahre später sitzen die Ehemaligen wieder an ihren Pulten – und erzählen aus dem Leben

1976 schlossen die 22 Schüler der 1B an der Kantonsschule Zofingen ihre Matura ab. Jetzt trafen sich die Studierenden von damals an alter Stätte wieder.

Kurt Buchmüller
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Klassentreffen an der Kanti Zofingen
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Martin Werfeli, Andreas Manz und Joachim Klein blicken im Fotoalbum auf ihre Maturazeit zurück.
Mehreren Studierenden an der Kantonsschule Zofingen hat die Matura den beruflichen Aufstieg in hohe Positionen ermöglicht.

Klassentreffen an der Kanti Zofingen

Kurt Buchmüller

Die Klassen 1 A und 1 B waren die ersten, die 1973 an der neu gegründeten Kantonsschule Zofingen den Unterricht aufnahmen. Dieser fand bis im Frühjahr 1976 noch provisorisch in den Räumlichkeiten der Kantonsschule Olten statt. Am 26. April 1976 startete die Kanti dann im neu erbauten Bildungszentrum Zofingen (BZZ) mit 225 Schülerinnen und Schülern und den Abteilungen A, B, C und D sowie dem Seminar den Schulbetrieb. Darunter waren auch die 22 Studierenden der Klasse 1B. Fünfzehn von ihnen stammten aus Zofingen, drei aus Oftringen und je eine Schülerin oder ein Schüler aus Brittnau, Murgenthal, Strengelbach und Wauwil. Darunter waren neun Frauen. Sieben Kantonsschüler wählten nach der Matura die Medizin als Studium, drei die Naturwissenschaft und je zwei Geographie oder Psychologie. Romanistik, Sprache/Geschichte, Sozialpädagogik, Philosophie, Jus, Pharmazie und Wirtschaftswissenschaft waren je einmal vertreten. Ein Schüler hatte sich noch nicht entschieden.

Was ist inzwischen aus den Studierenden geworden? Unter den 20 Teilnehmenden am Klassentreffen befanden sich zum Beispiel ein amtierender Stadtrat (Hans-Martin Plüss), ein Verwaltungsratspräsident (Martin Werfeli), ein Professor der Universität Saarland (Andreas Manz), eine Dozentin der Fachhochschule Nordwestschweiz Olten (Professor Dr. Ursula Hochuli) sowie der Leiter Regionalplanung zofingen regio (Rainer Frösch).

Viel Stoff zum Erzählen

Die Ehemaligen trafen sich draussen vor der Mensa zum Begrüssungsapéro. Sofort kam ein reger Gedankenaustausch in Gang, schliesslich findet dieses Klassentreffen nur alle fünf Jahre statt – da gibt es viel Stoff zum Erzählen. Die Klasse 1 B konnte ja nicht nur auf vierzig Jahre seit ihrem Maturaabschluss zurückblicken, sondern auch auf sechzig Jahre ihres Lebens; die meisten haben den Jahrgang 1957.

Nach dem Apéro verschoben sich die Feiernden samt einigen ebenfalls eingeladenen ehemaligen Lehrpersonen in das Zimmer 101, wo heute wie damals der Geographie-Unterricht stattfindet. Das habe seinen Sinn, erklärte Rektor Patrick Strössler: Dieses Zimmer sei noch mit den gleichen Pulten und Stühlen möbliert wie bei der Eröffnung der Kantonsschule vor vierzig Jahren. Nach einer kurzen Standortbestimmung der heutigen Kanti forderte er die Anwesenden auf, dem Verein «Freunde und Gönner der Kantonsschule» beizutreten.

Finanzieller Druck bleibt

Stadtrat Dominik Gresch orientierte über die aktuellen Vorhaben und Entwicklungen der Stadt Zofingen im Allgemeinen und besonders im Bildungswesen. Von zentraler Bedeutung sei der Bau des mit grosser Mehrheit genehmigten neuen Quartierschulhauses in Nähe des Bildungszentrums, die damit verbundene Verlegung der Sportplätze und die Überschreibung der bestehenden Räumlichkeiten der Heilpädagogischen Schule.

Auch zur Situation der Kantonsschule nahm der Stadtrat Stellung. In Bezug auf die Kanti sei gerade etwas Ruhe eingekehrt, nachdem der Standort Zofingen zum medialen Streitpunkt eskaliert war. In Aarau – oder anderswo – gebe es gar nicht genügend Raum, um die rund 400 Studierenden aus Zofingen aufzunehmen. Zu Diskussionen habe in den vergangenen zwei Jahren auch die Zukunft der Berufs- und Weiterbildung in Zofingen geführt. Das Standort- und Raumkonzept der Sekundarstufe II hätte den Verlust der Kaufmännischen Schule Zofingen bedeutet. Auch der Maschinenbau sei in Frage gestellt worden, was das Angebot der Berufsmatur gefährdet hätte. Obwohl der Grosse Rat gar nicht auf die Botschaft eingetreten sei, bleibe der finanzielle Druck bestehen.

Auch auf Stadtebene sei einiges in Bewegung geraten: die Umstellung auf das Modell 6/3, die Integration der Bezirksschule Brittnau, die Schulraumplanung verbunden mit dem Bau eines neuen Oberstufenschulhauses und die Prüfung eines gemeinsamen Oberstufenschulhauses mit Brittnau und Strengelbach. In Anbetracht dieser Aufgaben trösteten die Worte von Martin Luther: «Wenn die Schulen zunehmen, dann steht’s gut im Land.»