Atomdebatte

Trotz Sicherheitsmängel: Aargau will Fessenheim am Netz lassen

Die Aargauer Regierung will das AKW Fessenheim nicht vom Netz nehmen.

Die Aargauer Regierung will das AKW Fessenheim nicht vom Netz nehmen.

Der Aargauer Regierungsrat will sich nicht für die sofortige Abschaltung des französischen AKW Fessenheim nördlich von Basel einsetzen. Die Ergebnisse der laufenden Sicherheitsüberprüfung sollten abgewartet werden.

Wenn die Ergebnisse jedoch negativ ausfallen sollten und die erforderlichen Massnahmen nicht umgehend getroffen werden, ist der Regierungsrat bereit, sich beim Bundesrat für eine Stilllegung von Fessenheim einzusetzen.

Das geht aus einer am Freitag veröffentlichen Stellungnahme zu einem Postulat der Fraktion der Grünen im Grossen Rat hervor. Die Grünen wollen den Regierungsrat dazu verpflichten, sich für die Abschaltung des 35 Kilometer von Basel entfernt gelegenen Atomkraftwerkes einzusetzen.

Der Regierungsrat begrüsst, dass die Schweiz auf Einladung Frankreichs den Bericht über derzeitige Generalprüfung des AKW Fessenheim einsehen kann.

Über den Bericht beraten soll eine französisch-schweizerische Kommission für nukleare Sicherheit und Strahlenschutz. Dieser gehören gemäss Regierungsrat auf Schweizer Seite Experten des Bundes und eine Delegation des Kantons Basel-Stadt an.

Damit sei mit Blick auf die vielfach geäusserte grosse Verunsicherung der Bevölkerung im Gefahrenperimeter des AKW, zu dem mindestens auch das aargauische Fricktal gehöre, «ein entscheidender Schritt» in Aussicht gestellt worden.

Die Regierungungen beider Basel hatten im März eine Stilllegung des Atomkraftwerkes gefordert, bis es gründlich kontrolliert ist. Die Regierung des Kantons Jura schloss sich der Forderung an.

Das älteste AKW Frankreichs, das zwei Druckwasserreaktoren umfasst, sei eine «ernsthafte Bedrohung», hiess es. Das AKW war 1977/ 78 in Betrieb genommen worden. Betreiberin ist die Electricité de France (EdF).

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