Beiss-Attacke
Tod oder Leben – der Entscheid zu Bullmastiff «Rock» ist gefallen

Auf dem Schulhausplatz in Unterentfelden beisst Bullmastiff «Rock» mehrere Kinder und Erwachsene. Der Wesenstest des Aargauer Veterinäramts zeigt: Der Hund ist gefährlich. Lange blieb offen, ob er eingeschläfert wird. Nun wurde ein Entscheid gefällt, wie Recherchen von Tele M1 zeigen.

Jürg Krebs
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Der Entscheid ist gefallen: Bullmastiff «Rock» wird seinen Besitzern weggenommen. Die Situation wird als zu gefährlich eingestuft. (Symbolbild)

Der Entscheid ist gefallen: Bullmastiff «Rock» wird seinen Besitzern weggenommen. Die Situation wird als zu gefährlich eingestuft. (Symbolbild)

Keystone

Bullmastiff «Rock» wird seinen Besitzern weggenommen. Das hat das Aargauer Veterinäramt entschieden, wie Recherchen von Tele M1 vom Dienstag ergeben haben.

Am 17. März war «Rock» seinen Besitzern entlaufen und auf den Pausenplatz von Unterentfelden gelangt, wo er drei Kinder und zwei Erwachsene gebissen hatte. Die Kantonspolizei konnte den Hund einfangen und dem kantonalen Veterinäramt übergeben.

Dieses führte einen Wesenstest durch, bei dem «Rock» erneut zubiss. Das hätte sein Todesurteil sein können. Doch nun entschied das Veterinäramt gemäss Tele M1, den Hund neuen Besitzern zuzuführen. «Rock» darf leben.

Die Besitzer des Bullmastiffs beteuerten stets: «Rock ist kein aggressiver Hund.»

Hundehalter und -trainer kritisierten zuletzt den Wesenstest. Dieser setze den Hund unter Stress, kein Wunder beisse er wieder zu, so wie «Rock». Das liege in der Natur des Hundes.

In einer Abstimmung der az Aargauer Zeitung stuften 89 Prozent der Teilnehmenden den Wesenstest als ungeeignet ein. Nur 11 Prozent votierten für ihn. Mitgemacht hatten über 200 Personen.

Die Aargauer Kantonsveterinärin Alda Breitenmoser verteidigte den Test, man habe gute Erfahrungen mit ihm gemacht.

Nun wird also eine neue Familie für «Rock» gesucht. Hundetrainer Roman Huber ist froh über diesen Entscheid und hofft auf neue Besitzer mit Erfahrung: «Er soll wieder Hund sein dürfen.» Der Hund brauche nach all der Aufregung zunächst stabile Verhältnisse.

Die Besitzerfamilie kann den Entscheid des Kantons bis ans Bundesgericht weiterziehen. Dennoch wird es bereits jetzt teuer. Die Unterbringung von «Rock» beim Veterinäramt müssen sie bezahlen.

Und es läuft ein Strafverfahren wegen Widerhandlung des Tierschutzgesetzes, wie Fiona Strebel, Sprecherin der Staatsanwaltschaft gegenüber Tele M1 sagt. Möglich ist auch, dass die Opfer auf dem zivilrechtlichen Weg klagen.