Glückwunsch zum Geburtstag, Herr Lüpold. Haben Sie diesen Tag bewusst für den Rücktritt gewählt?

Thomas Lüpold: Nein, es hat sich so ergeben. Ich trete zurück, weil von Zeit zu Zeit eine Blutauffrischung gut tut. Ich bin jetzt 18 Jahre im Grossen Rat. Und jetzt ist genau Legislaturmitte. Die nächsten Grossratswahlen sind schon im Oktober 2012. Das gibt meiner Nachfolgerin die Chance, dann schon als «Bisherige» zu gelten.

Aber Sie sind Parteipräsident und wir stehen in einem Wahljahr. Geht das wirklich zusammen?

Ich habe monatelang mit mir gerungen, um den richtigen Ausgleich zwischen Grossratsmandat, Parteipräsidium und Nationalratskandidatur zu finden. Den «richtigen» Zeitpunkt gibt es wohl nicht. Für mich stimmt es so. Meine junge Nachfolgerin wird der Fraktion und der Partei gut tun. Für mich gilt nicht die Maxime, ein Amt auszuüben, bis man pensioniert wird oder ein anderes Amt auf sicher hat. Die Politik lebt von Veränderungen.

Für einen kantonalen Präsidenten ist ein Grossratsamt wichtig. Hören folglich Sie auch als Präsident?

Das ist im Moment gar kein Thema.

Thomas Lüpold gibt seinen Grossratssitz nach 18 Jahren ab

Thomas Lüpold gibt seinen Grossratssitz nach 18 Jahren ab

Im Moment? Sie bleiben also sicher bis zu den Wahlen?

Ich bleibe Präsident und werde die gewonnene Zeit für den Wahlkampf einsetzen. Der Kontakt zur Fraktion ist zudem im elektronischen Zeitalter einfacher als früher. Diverse Präsidenten sind nicht im Parlament.

Marco Hardmeier war es auch lange nicht. Er schien dies aber schon als Manko empfunden zu haben.

Es hätte bestimmt Vorteile, auch im Grossen Rat zu sein. Unsere Partei ist aber so gut strukturiert, dass ich da kein grosses Problem sehe.

Sie wollen in den Nationalrat. Gereicht Ihnen da der Grossrats-Rücktritt nicht zum Handicap?

Ganz im Gegenteil! Ich setze alles daran, in den Nationalrat gewählt zu werden. Was die Wählerinnen und Wähler entscheiden, wissen wir dann am 23.Oktober.

Ist es nicht doch der erste Schritt zum Rückzug aus der Politik, zermürbt vom Hickhack zwischen Andreas Glarner und Lieni Füglistaller?

Überhaupt nicht. Das hatte keinerlei Einfluss auf meinen Entscheid. Und wenn, hätte ich das Präsidium abgeben müssen. Sehen Sie, seit meinem 25. Lebensjahr bin ich in der Politik engagiert. Jetzt erlaube ich mir, in einem Amt eine Pause zu machen. In der Hoffnung, nachher in einem neuen Amt voller Elan tätig zu werden.