Wer im Aargau an Ostern, statt Eier zu suchen, die ganze Nacht durchtanzen will, wird enttäuscht. Restaurants, Bars und Discos müssen im ganzen Kanton exakt um Viertel nach zwölf schliessen. Dieses Gesetz gilt für alle hohen Feiertage wie Ostern, Pfingsten und Weihnachten und den jeweils darauf folgenden Tag.

An dieser strengen Regelung stört sich August Burkart. Er ist Mitglied der Geschäftsleitung der Firma Pop Art, welche in Aarau die Kettenbrücke und die Platzhirsch-Bar betreibt. «Die Leute gehen an den Feiertagen einfach in den Nachbarkantonen in den Ausgang», sagt Burkart. Durch das strenge Gesetz verliere er zehn Tage im Jahr, an denen das Partyvolk in tolerantere Kantone reise.

In Zürich ist Feiern erlaubt

Wer an den Feiertagen die ganze Nacht durchfeiern will, ist im Kanton Zürich am besten aufgehoben. Tanz- und Konzertveranstaltungen sind erlaubt, solange sie in geschlossenen Räumen stattfinden. Betriebe mit einer Nachtbewilligung dürfen ihren Spielraum also auch an Feiertagen vollends ausnutzen.

Der Kanton Solothurn hingegen ist nur bedingt liberaler als der Aargau. Vor und nach den hohen Feiertagen dürfen Bars und Klubs ihre Türen bis um halb eins geöffnet haben. Davon ausgenommen sind Betriebe mit einer Nachtlokalbewilligung. Diese Lokale müssen auch an Feiertagen erst um vier Uhr morgens schliessen. Allerdings dürfen nach halb eins keine Darbietungen mehr gezeigt werden. Darunter fallen beispielsweise Konzerte oder Auftritte von Tänzerinnen. Keine Nachtlokalbewilligung besitzt das Kofmehl, das Aushängeschild des Solothurner Nachtlebens.

Fehler beim Glashaus in Reinach

August Burkart ärgert sich aber nicht nur über die strengen Aargauer Gesetze, sondern auch über jene, die sich nicht daran halten: «Auf dem Land sind die Kontrollen weniger streng und einige Lokale veranstalten trotz Verbot Partys.» Sein Verdacht ist nicht unbegründet.

Das Glashaus in Reinach wirbt im Internet mit den Partys «Famous Friday» und «Schlagersahne», die am Karfreitag und am Ostersamstag stattfinden sollen; jeweils bis um vier Uhr morgens. «Das ist ein Fehler auf der Website», lautet die prompte Antwort von Glashaus-Chef Kurt Weber. Die Partys würden nicht stattfinden, er halte sich an das Verbot und werde den Fehler gleich korrigieren.

«Problem-Lokale» auf dem Land

Doch was ist mit den angeblich laschen Polizeikontrollen auf dem Land? Diesen Vorwurf will Dieter Holliger, Chef der Regionalpolizei Aargau Süd, nicht auf sich sitzen lassen: «Selbstverständlich führen wir an den Feiertagen aktiv Kontrollen durch.» Holliger räumt aber ein, dass es einige Problem-Lokale gebe, zu denen auch das Glashaus gehöre. «Diese Lokale informieren wir jeweils im Vorfeld, damit sie den Feiertag nicht vergessen. Das hat bisher immer geklappt.»

August Burkart von der Kettenbrücke glaubt nicht, dass sich an der aktuellen Gesetzeslage rasch etwas ändert. Umso mehr liegt ihm daran, dass Gerechtigkeit herrscht: «Die Regeln müssen für alle gelten, sonst werden die Ehrlichen doppelt bestraft.» Dazu zählt er sich auch. An Ostern wird die Kettenbrücke nur die Bar öffnen. Der Klub bleibt wie immer an Feiertagen geschlossen.