AKW-Debatte

Szenario «Dammbruch Sihlsee» ist keine Gefahr für Aargauer AKW

Würde diese brechen, besteht laut der Aargauer Regierung keine Gefahr für die hiesigen AKW.

Staumauer am Silhsee:

Würde diese brechen, besteht laut der Aargauer Regierung keine Gefahr für die hiesigen AKW.

Im Falle eines Erdbebens der Stärke 7 mit gleichzeitigem Bruch der Sihlsee-Staumauer wären die Atomkraftwerke Beznau I und II sowie Leibstadt nicht gefährdet. Zu diesem Schluss kommt die Aargauer Regierung.

Die BKW arbeitet fieberhaft an Massnahmen, um das derzeit abgestellte AKW Mühleberg auch für den Fall eines Dammbruchs am Wohlensee abzusichern.

SP-Grossrat Martin Christen wollte nun von der Regierung via Interpellation wissen, wie es um die Sicherheit der AKW Beznau I und II sowie Leibstadt stünde, falls einmal die Sihlsee-Staumauer brechen und dies mit einem Erdbeben der Stärke 7 oder mehr einhergehen sollte? Christen ging im Vorstoss davon aus, dass die AKW Beznau I und II ebenfalls überflutet würden.

Aargau bis Wasserschloss betroffen

Die Regierung gibt in ihrer Antwort diesbezüglich Entwarnung. Sollten beide Talsperren am Sihlsee brechen, wäre primär mit Überflutungen im Zürcher Sihl- und Limmattal und «mit wesentlichen Überflutungen bis in den Raum Dietikon-Geroldswil zu rechnen.

Die Aargauer Bevölkerung wäre im Raum Kloster Fahr, «bei ufernahen Bauten entlang der Limmat sowie im Raum Wasserschloss betroffen». Die Flutwelle würde unterwegs laufend gedämpft und «ab Zusammenfluss mit der Aare das Flussbett nicht mehr verlassen».

Leibstadt nicht hochwassergefährdet

Was heisst das konkret für Beznau I und II? Deren Notstandsysteme seien «weit über die Auslegungsfluthöhe von 1,65 Meter über Terrainhöhe flutsicher und faktisch auch durch extrem unwahrscheinliche Überflutungsszenarien nicht gefährdet», hält die Regierung fest. Der Bruch der Sihlsee-Talsperren entspreche nicht dem Auslegungsfall. Dieser führe nicht zu einer aussergewöhnlichen Überflutungsgefahr, «da davon auszugehen ist, dass in diesem Fall sämtliche Verschlüsse beim Wehr Beznau geöffnet sind».

Das hoch über dem Rhein liegende AKW Leibstadt sei nicht hochwassergefährdet. Zusätzliche Vorkehrungen für den Fall «Sihlsee» seien nicht vorgesehen. Eine erneute Überprüfung der Sachlage werde im Rahmen des EU-Stresstests erfolgen.

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