Einkaufstourismus
Sylvia Flückiger prüft bereits einen Folgevorstoss zum Preisrechner

Die Vizepräsidentin des Aargauischen Gewerbeverbandes kritisiert den Preisrechner des Konsumentenschutzes. Und Antworten, die sie dazu vom Bundesrat erhalten hat, genügen ihr nicht. Jetzt prüft sie einen Folgevorstoss.

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Sylvia Flückiger, SVP-Nationalrätin aus Schöftland, kritisiert den Preisrechner.

Sylvia Flückiger, SVP-Nationalrätin aus Schöftland, kritisiert den Preisrechner.

Peter Siegrist

Im Zuge der Massnahmen gegen die Frankenstärke hat das eidgenössische Parlament 500 000 Franken für das Projekt «Preisrechner» gesprochen. Die Konsumentenschutzorganisationen sollen zusammen mit dem Bund ein Online-Tool zum Preisvergleich entwickeln. Dieses Projekt scheine gewaltige Probleme zu haben, schrieb die Aargauer SVP-Nationalrätin Sylvia Flückiger im September in einer Interpellation.

Die Vizepräsidentin des Aargauischen Gewerbeverbandes richtete acht Fragen an den Bundesrat. Sie wollte wissen, ob es stimmt, dass der Preisrechner laut Presse zum Einkaufen im Ausland animiere. Und wie die Vergleichbarkeit (Menge, Verpackung, Service, Lage des Verkaufsgeschäfts, Erreichbarkeit mit privaten Fahrzeugen usw.) sichergestellt werde. Weiter: «Werden die Kaufkraftunterschiede zwischen der Schweiz und dem Ausland berücksichtigt?»

Flückiger: «Skandalös»

In seiner Antwort schreibt der Bundesrat, das eidgenössische Büro für Konsumentenfragen sei beauftragt, das Projekt zu begleiten. Es obliege den vier Konsumentenorganisationen von nationaler Bedeutung, darunter die Stiftung für Konsumentenschutz. Die Informationsplattform ist inzwischen online.

Das Projekt wolle primär die Preistransparenz für Konsumenten verbessern, schreibt der Bundesrat: «Es ist zu erwarten, dass die Konsumenten Produkte eher in der Schweiz als im Ausland kaufen, wenn sie einerseits auf transparente Art und Weise über die Preise informiert sind und wenn sie andererseits feststellen können, dass die Währungsgewinne beim Import zufriedenstellend an sie weitergegeben werden.» Da nominelle Preise verglichen werden, seien die Kaufkraftunterschiede nicht berücksichtigt.

Sylvia Flückiger ist mit der Antwort gar nicht zufrieden. Der Preisrechner habe «mit sachlicher Information nichts mehr zu tun», sagt sie zur Aargauer Zeitung. Es sei «skandalös, dass die Verbände wieder einmal mehr ignoriert werden». Sie wartet noch die Antwort auf ihre Interpellation «Gelder der öffentlichen Hand in der Schweiz ausgeben» ab, prüft aber bereits einen Folgevorstoss. (mku)