Swissmetro
Swissmetro kein Thema für Aargauer Regierung

Ende Mai gelangte Stefan Haller von der BDP mit einer Interpellation an die Aargauer Regierung. Wie diese zum Thema «Swissmetro» stehe, wolle er wissen. Die Antwort der Regierung fällt drei Monate später vernichtend aus.

Martina Leser
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Als Magnetschwebebahn soll sie durch die unterirdischen Tunnels schiessen. Grafik zur Swissmetro (Archiv)
Rodolphe Nieth, Initiant der Swissmetro, vor einem Modell seiner Bahn.
Unsichtbar unter der Erde soll die Bahn beispielsweise Zürich und Bern miteinander verbinden. Fahrzeit: weniger als 15 Minuten.
So ungefähr könnte einer der Swissmetro-Bahnhöfe aussehen.

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Keystone

Haller reagierte mit seiner Anfrage auf die von der SBB geplante Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Bern und Zürich, welche unter anderem quer durch den Kanton Aargau führen soll. Die Fahrzeit zwischen den beiden Städten soll so auf 30 Minuten verkürzt werden. Wie der BDP-Grossrat kritisiert, sei diese Hochgeschwindigkeitsstrecke weder revolutionär noch Lärm reduzierend.

«Entgegen der SBB-Hochgeschwindigkeitsstrecke ist die Swissmetro als vollständig unterirdische Magnetschwebebahn konzipiert», lobt er Swissmetro in seiner Anfrage.

Dadurch entstünden für die Bevölkerung keine Lärmemissionen und keine Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes, dafür garantiere die Bahn eine hohe Geschwindigkeit, eine hohe Taktfrequenz sowie eine Entlastung des bestehenden Schienennetzes.

Kosten und Realisierbarkeit fragwürdig

Was Haller verschweigt: Die veranschlagten Kosten des Projekts «Swissmetro» belaufen sich auf über 25 Milliarden Franken. Wie auf www.swissmetro.ch zu lesen ist, sollen sich die Swissmetro AG, der Bund und die Kantone diese Kosten bei einer allfälligen Projektrealisierung teilen.

Die Antwort der Kantonsregierung fällt, auch ohne Berücksichtigung der Kostenfrage, äusserst negativ für Haller aus: Mitte August erklärt die Regierung: «Nicht primär die Beschleunigung ist das Ziel, sondern die Kapazität, um die Personen zu den Arbeitsplätzen zu bringen.»

Swissmetro helfe diesen Engpass nur geringfügig zu entschärfen, da nur Punkt-zu-Punkt-Verbindungen, wie eben beispielsweise Bern – Zürich, entlastet würden.

Ziel: Standort Aargau fördern

Wie die Aargauer Regierung betont, gehe es in erster Linie vor allem darum, den Standort Aargau zu fördern: Wichtig sei es, dass möglichst viele Schnellzüge auf Kantonsgebiet anhalten und so die Erschliessung sicherstellen.

Zusätzlich sollen diese Haltepunkte mit einem feinmaschigen S-Bahn- und Busnetz verknüpft werden. «Der Kanton Aargau verfolgt daher die Strategie, das heutige Schienennetz schrittweise auszubauen und so die Kapazität für alle Schienenverkehre (Regional-, Fern- und Güterverkehr) zu erhöhen.»

Über Hallers Vorschlag, die Fachhochschule Nordwestschweiz für das Projekt zu mobilisieren, schweigt sich die Kantonsregierung aus. Der Entscheid über eine fachliche Zusammenarbeit zwischen der FHNW und der ETH Lausanne obliege in der Kompetenz der Fachhochschule.