SVP Aargau

SVP-Präsident Lüpold: «Ich trete nicht wegen der Wahlniederlage ab»

SVP-Präsident Thomas Lüpold zu seinem Rücktritt

SVP-Präsident Thomas Lüpold zu seinem Rücktritt

Thomas Lüpold gibt die Leitung der Aargauer SVP per Ende Februar 2012 ab. Seine Nachfolge soll am Parteitag vom 15. Februar geregelt werden. Mit ein Grund für den Rücktritt sind die Querelen innerhalb der SVP Bremgarten.

Lüpold, der die Aargauer SVP-Kantonalpartei knapp sieben Jahre Lang geführt hat, will Platz schaffen für «neue Kräfte und Ideen». Er sei überzeugt, dass es der Partei nur gut tun könne, wenn die Gross- und Regierungsratswahlen vom kommenden Herbst unter neuer Führung angegangen werden können, so Lüpold im Gespräch mit az.

Lüpold hat seinen Entscheid offenbar bereits vor den diesjährigen National- und Ständeratswahlen gefällt. «Der Entscheid stand schon lange fest, ich habe im Spätfrühling bzw. im Frühsommer entschieden, bei den nächsten Gesamterneuerungswahlen nicht mehr anzutreten», sagt der Noch-SVP-Präsident. Lüpold war im Mai als Grossrat zurückgetreten und hatte Maya Frey aus Staufen Platz gemacht. Mit eine Rolle gespielt beim Rücktrit als Partei-Präsident haben auch die Querelen innerhalb der Bezirkspartei Bremgarten. Das habe ihm den Entscheid erleichtert, so Lüpold.

Öffentlich ausgetragener Kleinkrieg im Freiamt

In den vergangenen zwei Jahren haben sich mehrere SVP-Exponenten aus dem Freiamt, darunter Nationalrat Lieni Füglistaller und der Chef der SVP-Fraktion im Aargauer Grossen Rat, Andreas Glarner, einen gehässigen und öffentlich ausgetragenen Kleinkrieg geliefert.

Noch-SVP-Präsident Lüpold ist überzeugt, dass dies der SVP in den vergangenen Wahlen geschadet hat und hofft, dass mit seinem Rücktritt auch dieses Thema endgültig erledigt werden kann. Bislang sei es trotz enormem Aufwand an Zeit und Energie leider nicht gelungen, eine Lösung zu finden.

«Ich trete nicht wegen der Wahlniederlage ab», macht Lüpold klar. «Ich bin zulange in der Politik, um deswegen zu gehen.»

Neuer Präsident soll künftige Geschäftsleitung mitbestimmen

Die Geschäftsleitung der SVP Aargau hat Lüpolds Entscheid mit Bedauern zur Kenntnis genommen. Durch den Rücktritt per Ende Februar gebe Lüpold dem neuen Präsidium, das am 15. Februar gewählt werden soll, aber die Möglichkeit, aktiv auf die zukünftige Zusammensetzung der Geschäftsleitung Einfluss zu nehmen. Die Gesamterneuerungswahlen der parteiinternen Gremien finden laut der SVP Aargau im Herbst statt.

Lüpold hofft, dass sich mehrere Bewerber und auch Bewerberinnen melden und es damit wiederum zu einer Kampfwahl kommt. Ein Präsident müsse sich bewusst sein, dass man in allen Regionen etwas anders tickt. «Er muss aber eine klare Meinung und eine klare Linie haben», umreisst Lüpold das Anforderungsprofil für seinen Nachfolger. Lüpold könnte sich gut auch eine Nachfolgerin vorstellen.

Was Lüpold politisch in Zukunft macht, ist noch offen. Der noch nicht 50 Jahre SVP-Politiker will sich zwar nichts ins Schneckenhaus zurückziehen, strebt aber auch kein Amt mehr an. Er werde sich ab und zu einmischen. Und er freut sich aber auch auf etwas mehr freie Zeit. Und auf Spaziergänge mit seinem Hund. (rsn/bau)

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