SVP Aargau

SVP: In den Parteistreit kehrt Ruhe ein

Parteipräsident Lüpold.

Parteipräsident Lüpold.

Es weihnachtet auch bei der Aargauer SVP: Die Streithähne sind übereingekommen, einen Schlussstrich unter ihre Auseinandersetzungen zu ziehen.

Nachdem Parteipräsident Thomas Lüpold die Auseinandersetzungen zwischen Nationalrat Lieni Füglistaller mit Exponenten seiner eigenen Bezirkspartei als Privatangelegenheit deklariert und Lieni Füglistaller mit der Beschuldigung von Nationalratskandidat in spe Gregor Biffiger als Drahtzieher einer Verschwörung noch einen draufgesetzt hatte, war zu befürchten gewesen, dass die Fetzen endgültig fliegen.

Das taten sie dann an der Sitzung des Parteivorstands am Mittwochabend auch, jedenfalls im übertragenen Sinn, verbal. Aber danach traf die überraschende Meldung ein: «Alle Beteiligten haben vor versammeltem Kantonalvorstand erklärt, dass sie per sofort einen Strich unter die Angelegenheit ziehen.»

Nationalrat Ulrich Giezendanner war einer, der an der Sitzung zu einer Standpauke ansetzte und verlangte, man solle sich hier und jetzt aussprechen und dann endlich Ruhe in die Partei einkehren lassen.

Ausführliche «Kropfleerete»

Es folgte eine ausführliche «Kropfleerete», an deren Ende sich Kantonalpräsident Thomas Lüpold «richtig freute über die gute, offene Diskussion, ohne sich die Augen auszukratzen». Auch er sei sehr zufrieden aus der Versammlung gegangen, bestätigt Ulrich Giezendanner den positiven Verlauf, nachdem er ziemlich «geladen» nach Buchs gefahren war. Stellt sich natürlich die Frage, ob da nun ein Friedensabkommen oder nur ein Waffenstillstand vereinbart wurde. Parteipräsident Thomas Lüpold dazu: «Ich gehe davon aus, dass es in der SVP auch wirklich gilt, wenn man etwas sagt.»

Thomas Lüpold rückt vor

Ein Schlussstrich unter die Angelegenheit, das heisst zunächst einmal, dass die Nationalratsliste dem Nominationsparteitag ohne Gegenstimme in der vorgelegten Form unterbreitet wird: Parteipräsident Thomas Lüpold rückt nach dem Verzicht von Lieni Füglistaller auf Platz sechs vor, die Kandidatur von Grossrat Gregor Biffiger als Ersatz für Andreas Glarner, der seine Ambitionen schon vor der offiziellen Beilegung des Streits mit Lieni Füglistaller zurückstellte, bleibt unbestritten. Und zwar muss er sich nicht mit dem letzten Listenplatz begnügen, sondern ist nach dem üblichen Modus (amtierende Nationalräte, Kandidaten der letzten Wahlen nach Abschneiden, «Neue» nach dem Alphabet) auf Platz 11 gesetzt.

Füglistaller ist Direktmitglied der Kantonalpartei

Für Nationalrats Lieni Füglistaller bedeutet das Ergebnis der Aussprache, dass er aus der Bezirkspartei Bremgarten austreten und Direktmitglied der Kantonalpartei werden kann, aber auf Sukkurs der Parteileitung bei weiteren Genugtuungsbegehren verzichten muss.

Füglistaller hatte verlangt, die Partei habe seinen Intimfeinden in der Bremgarter Bezirkspartei die Gewissensfrage zu stellen, ob sie es waren, die kompromittierende Geschäftsunterlagen in Umlauf brachten. Zudem ist noch eine Ehrverletzungsklage gegen den ehemaligen Grossrat Bruno Bertschi hängig. Auch hier wird sich die Partei nicht vermittelnd einschalten.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1