Regierungsratswahlen
Susanne Hochuli im Visier der SVP – oder doch nicht? Glarner widerspricht Burgherr

SVP-Präsident Thomas Burgherr will nichts mehr wissen vom angekündigten Angriff auf Regierungsrätin Susanne Hochuli. Er kündigt einen sachlichen Wahlkampf mit SVP-Kandidatin Franziska Roth an. Nur: Parteikollege Andreas Glarner schiesst weiter scharf gegen die Grüne.

Fabian Hägler
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Susanne Hochuli in der Zange der SVP-Politiker Thomas Burgherr und Andreas Glarner

Susanne Hochuli in der Zange der SVP-Politiker Thomas Burgherr und Andreas Glarner

AZ

Genau eine Woche vor der CVP hat die SVP ihre Regierungsratskandidaten präsentiert. Neben dem bisherigen Alex Hürzeler tritt Franziska Roth, Präsidentin des Bezirksgerichts Brugg, am 23. Oktober zur Wahl an. Ist sie also die SVP-Frau, die Susanne Hochuli ihren Sitz im Regierungsrat abjagen soll?

Nach den eidgenössischen Wahlen im letzten Herbst lancierte Parteipräsident Thomas Burgherr eine Kampfansage: «Als wählerstärkste Partei mit 38 Prozent Wähleranteil kommen wir nicht darum herum, bei den Regierungsratswahlen 2016 mit einem zweiten Kandidaten anzutreten. Diese Kandidatur kann sich nur gegen Frau Hochuli richten», sagte er. Burgherr gab das Ziel damals klar vor: «Wir wollen Hochulis Sitz, der vorher bürgerlich gewesen ist, zurückerobern.»

Auch andere prominente Exponenten der Partei wie Grossrat Wolfgang Schibler oder Nationalrat Andreas Glarner machten klar: Hochuli muss aus Sicht der SVP weg. Schibler
sagte kürzlich bei Tele M1, nach den Unregelmässigkeiten bei Beschaffungen im Asylwesen müsse die grüne Regierungsrätin die Konsequenzen ziehen. Und Glarner forderte Hochuli ganz explizit auf, im kommenden Herbst auf eine erneute Kandidatur zu verzichten.

Viel moderater gab sich Burgherr am Dienstag im «TalkTäglich» auf Tele M1.

«Wir wollen den Bürgerinnen und Bürgern im Kanton Aargau mit Alex Hürzeler und Franziska Roth eine Auswahl bieten. Wir wollen den Kanton bürgerlich stärken, und das können wir mit den beiden ganz klar», sagte der SVP-Parteipräsident. Also kein Angriff auf Hochuli? Auf Anfrage der az sagte Burgherr gestern: «Nein, wir wollen kein Duell zwischen SVP und Grünen oder Frau Roth und Frau Hochuli.» Tatsächlich habe er in der Euphorie im vergangenen Herbst – Burgherr wurde in den Nationalrat gewählt, die SVP legte beim Wähleranteil markant zu – die Aussage gemacht, die SVP werde nun Hochulis Sitz angreifen. «Inzwischen haben wir unsere Wahlstrategie aber in der Partei- und Wahlleitung diskutiert und beschlossen, nicht auf die Person zu spielen.»

Burgherr hält aber fest, im Departement Hochuli gebe es zahlreiche Probleme, die Kritik der SVP an der Grünen sei deshalb berechtigt. «Und faktisch ist klar: wenn es vier bürger-
liche Kandidaturen gibt, geht das auf Kosten eines linken Sitzes.»

Glarner: «Natürlich greifen wir Frau Hochuli an»

Andreas Glarner, der seit seiner Wahl in den Nationalrat nicht mehr im kantonalen Parteivorstand sitzt, gibt sich viel weniger diplomatisch. «Natürlich greifen wir Frau Hochuli an, sie hat den Laden nicht im Griff und muss weg.» Glarner sagt, es sei im Wahlkampf wichtig, klare Botschaften zu haben und diese zu äussern – «auch wenn sich ein Mitleidsbonus für Frau Hochuli ergibt».