Telefonantenne
Suhrer Naturarzt geht wegen Mobilantenne vor Gericht

In Sachen Mobilfunkantenne kommt es zu einer weiteren Runde, diesmal vor Verwaltungsgericht: Die privaten Einsprecher haben beschlossen, den Entscheid des Regierungsrats anzufechten. Der Gemeinderat zieht nicht mit.

Hubert Keller
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Naturarzt Viatte geht wegen Antenne vor Gericht

Naturarzt Viatte geht wegen Antenne vor Gericht

AZ

Durch das Projekt der Orange Communications SA für eine Mobilfunkantennenanlage mitten im Dorf sieht sich vor allem Marc Antoine Viatte in der Ausübung seiner Tätigkeit als Naturarzt bedroht. Viatte betreibt in unmittelbarer Nähe des vorgesehenen Standorts eine Praxis für Bioresonanz und Naturmedizin. Er befürchtet, dass seine hochempfindlichen Geräte, die er für Diagnose und Therapie einsetzt, durch die Strahlen der neuen Antenne beeinträchtigt werden.

100 Einsprachen

Das Gesuch für den Bau einer Mobilfunkantennenanlage hatte Orange im März 2009 gestellt. Anfang Juli 2009 stimmte das Baudepartement des Kantons dem Bauprojekt zu. Aufgrund der rund 100 Einsprachen und nachdem eine Stellungnahme der Abteilung für Umwelt zu den Einsprachen eingeholt worden war, verweigerte der Gemeinderat die Baubewilligung. Gegen diesen Entscheid erhob Orange beim Regierungsrat Beschwerde. Dieser hob im Januar 2011 den negativen Bauentscheid des Gemeinderates auf.

Marc Antoine Viatte hat einen Anwalt beigezogen: «Ohne erreicht man da nichts mehr.» Die Angelegenheit sei auch für fachliche und juristische Experten äusserst kompliziert. Viatte argumentiert mit der Beeinträchtigung seiner Praxis. Er und sein Anwalt bringen auch Gründe vor, die eine allfällige Überschreitung der Grenzwerte (bauliche Qualität des Standorts) und den Ortsbildschutz betreffen. Letzteres Argument hatte auch der Gemeinderat vorgebracht. «Unsere Chancen vor Verwaltungsgericht sind schwer einzuschätzen», sagt
Viatte und fügt an: «Unser Anliegen ist aber nicht aussichtslos.»