Fahrtüchtigkeit

Strengere Kontrollen für Rentner am Steuer

Aufofahrende Rentner sollen medizinisch besser kontrolliert werden.

Aufofahrende Rentner sollen medizinisch besser kontrolliert werden.

Im Kanton Aargau gilt ab 2012 eine strengere Praxis beim Entzug von Führerausweisen bei über 70-jährigen Autofahrerinnen und Autofahrern. Dies schlägt die Aargauer Regierung als Folge von einem tödlichen Verkehrsunfall vor.

Das Strassenverkehrsamt wurde bereits per 1. Januar 2009 um vier Vollzeitstellen aufgestockt, wie das Departement Volkswirtschaft und Inneres (DVI) am Freitag mitteilte. Das Amt soll die Fälle rascher und besser bearbeiten.

Die über 70-jährigen Aargauer Autofahrerinnen und Autofahrer werden weiterhin von ihren Hausärzten auf ihre Fahrtüchtigkeit überprüft. Die Hausärzte sollen jedoch eine Weiterbildung von mindestens acht Stunden absolvieren müssen.

Hausärzte, die Lenker von Lastwagen oder Bussen überprüfen, sollen mindestens vier zusätzliche Stunden in die Weiterbildung. Die Verbesserung der Kontrolluntersuchungen wurde vom Kanton Aargau in Zusammenarbeit mit den Ärzteorganisationen ausgearbeitet.

Tödliche Unfälle

Die Aargauer Behörden waren 2005 nach einem tödlichen Unfall ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Damals hatte ein 82-jähriger Lenker in Brugg AG eine 16-Jährige Velofahrerin zu Tode gefahren. Dem halbblinden Rentner war 2003 trotz einer Altersdemenz der Führerausweis verlängert worden.

Dies zog verschiedene Vorstösse im Aargauer Kantonsparlament nach sich. Kritisiert wurde besonders, dass Führerausweise nicht definitiv oder zumindest bis zum Gerichtsurteil entzogen worden waren. Externe Experten stellten in einem Bericht Mängel beim Strassenverkehrsamt fest.

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