Armeewaffe

Strafregisterauszug für Armeewaffe

Die Hürden, um nach Dienstende die Waffe zu behalten, sind neu strenger. Die Polizei musste bislang aber nur in Einzelfällen Anträge ablehnen.

Mehr als 1600 Aargauer Soldaten und Unteroffiziere verabschieden sich in den nächsten Wochen aus der Armee. In Lenzburg (zwei Termine) und Stein können sie Material und Waffe abgeben. «In der Regel wollen etwa 30 Prozent der Wehrmänner ihre persönliche Waffe behalten», erklärt dazu Kreiskommandant Rolf Stäuble.

In diesem Jahr könnte sich dies aber ändern. Denn: Mit der Verschärfung der Waffengesetzgebung sind neben dem administrativen Aufwand auch die Hürden höher als früher.

Um die Waffe behalten zu dürfen, muss ein Armeeangehöriger nicht nur das obligatorische Schiessprogramm sowie das Feldschiessen in den letzten drei Jahren mindestens zweimal geschossen haben, er muss bei der Entlassung auch einen Waffenerwerbsschein vorlegen.

«Kann er das nicht, dann bleibt die Waffe bei uns», betont Kreiskommandant Rolf Stäuble. Die Regelung gelte vom Soldaten bis zum Korpskommandanten. Für die Offiziere, die im Januar 2011 entlassen werden, gilt nur der Schiessnachweis nicht.

Prognose: 300 bis 400 Anträge

Den für den Waffenerwerbsschein nötigen Strafregisterauszug (bei jeder Poststelle für 20 Franken bestellbar) mussten die Armeeangehörigen zeitig anfordern. Der Auszug musste schliesslich – zusammen mit einem Gesuchsformular für einen Waffenerwerbsschein – bei der Kantonspolizei eingereicht werden.

Dort prüft die Fachstelle Sicherheitsdienste, Waffen und Sprengstoff (Siwas) die Anträge. Das Ausstellen eines Waffenerwerbsscheins kostet 50 Franken. Wie Kantonspolizeisprecher Roland Pfister sagt, habe die Siwas nach der Gesetzesverschärfung mit 300 bis 400 zusätzlichen Anträgen gerechnet.

Genaue Zahlen gibt es aber noch nicht. Aber: Es hätten bislang nur in Einzelfällen Gesuche abgelehnt werden müssen. Als Gründe dafür gelten etwa Vorstrafen wegen Gewaltdelikten oder Verstössen gegen das Waffengesetz.

Mit den nötigen Papieren erhält der Soldat am Entlassungstag die Waffe ohne Verschluss und Griff, da sie von einer Serie- zu einer Einzelfeuerwaffe abgeändert wird (Kosten 100 Franken). «Die Waffe soll der bekommen, der sie als Sportwaffe braucht», so Kommandant Rolf Stäuble, «und mit der Verschärfung kommt sie nicht in falsche Hände.»

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