Wahlen
Stephan Attiger hat «ein gutes Gefühl» bei der Departementsverteilung

Im Kernkraftwerk Leibstadt strahlten die Freisinnigen vor Freude, denn das Hauptgeschäft des Parteitages war der Rückblick auf die Wahlen vom letzten Sonntag. Der Mehrfachsieg der FDP Aargau wurde dabei gewürdigt und analysiert.

Hans Lüthi
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Von rechts: der neue Regierungsrat Stephan Attiger, Wahlkampfleiterin Jeanine Glarner mit Blumen und FDP-Präsident Thierry Burkart.

Von rechts: der neue Regierungsrat Stephan Attiger, Wahlkampfleiterin Jeanine Glarner mit Blumen und FDP-Präsident Thierry Burkart.

André Albrecht

Zuerst durch Parteipräsident und Grossrat Thierry Burkart (Baden) selber, durch Wahlkampfleiterin und Grossrätin Jeanine Glarner (Wildegg) und natürlich durch den neuen Regierungsrat Stephan Attiger. Die Stichworte zur freisinnigen Festtagslaune: Attiger kam nicht nur mit über 75 000 Stimmen auf Anhieb in die Regierung, er überholte auch die bisherige Susanne Hochuli (Grüne) und übertraf das absolute Mehr um 24 000 Stimmen.

Bei den Grossratswahlen legte die FDP um 1,06 auf 15,36 Prozent Wähleranteil zu, kam damit auf 22 Sitze und wurde, wenn auch knapp, zweitstärkste Partei.

Attiger ins Baudepartement?

Spannend bleibt die Zuteilung der Departemente, nachdem Volkswirtschaftsdirektor Urs Hofmann (SP) schon am Wahlabend deutlich machte, das Baudepartement könnte auch ihm gefallen. Bei seinem Rückblick auf den Wahlsonntag schilderte der Badener Stadtammann und neue Regierungsrat die Stunden bis zur Erlösung. Die volle Unterstützung durch die Partei habe ihm seit der Nomination viel Zuversicht gegeben, aber sicher sei man erst nach der Wahl.

Von vielen Ammännern habe er laufend SMS mit guten Zahlen aus den Gemeinden erhalten. Zur Departementsverteilung betonte Attiger, er habe sich für einen Entscheid schon im November eingesetzt, statt erst im nächsten Jahr. Damit er genügend Zeit habe, um sich richtig einzuarbeiten. Ob er direkter Nachfolger von Peter C. Beyeler im Baudepartement wird? «Ich habe ein gutes Gefühl für die Departementsverteilung, mehr sage ich nicht», war seine Antwort.

Trendumkehr vor einem Jahr

Gemäss Präsident Thierry Burkart begann der Aufstieg mit den Wahlen in den National- und Ständerat, als die FDP die zusammen drei Sitze knapp halten konnte. Aus dem früheren Haufen freischaffender Künstler sei eine starke Einheit gewachsen. Der geschlossene Auftritt der Fraktion im Grossen Rat sei dem hervorragenden Fraktionschef Daniel Heller (Erlinsbach) zu verdanken. Die FDP habe sich ganz bewusst Mitte-Rechts positioniert, «denn das sind die Werte des Freisinns und des Aargaus», betonte Burkart. Als gutes Zugpferd habe auch Philipp Müller, Präsident der FDP Schweiz aus dem Aargau seinen Anteil am Erfolg.

Analyse der Wahlkampfleiterin

Mit viel Überzeugungskraft und Selbstbewusstsein zeigte Wahlkampfleiterin Jeanine Glarner, was es für die Fahrt auf der Erfolgsstrasse braucht. Die Analyse habe ergeben, dass über 60-jährige CVP-Wähler zur FDP gewechselt hätten. «Unsere Partei hat keine Wähler an die GLP verloren», freute sich Glarner. Schlecht abgeschnitten haben die Freisinnigen aber in den Bezirken Brugg und Laufenburg. Anderseits gab es Zuwachs um bis zu 2,6 Wählerprozenten in den Bezirken Baden, Bremgarten, Zofingen und Zurzach.

Ein Sachgeschäft stand noch auf dem Programm: Ständerätin Christine Egerszegi (Mellingen) stellte die Revision des Tierseuchengesetzes vor. Weil die Gruppe für Impfaufklärung das Referendum ergriffen habe, müsse das Stimmvolk am 25. November darüber abstimmen. Die Ja-Parole der FDP Aargau erfolgte ohne Diskussion einstimmig.