Wenn sich Bundesrat und Bundesversammlung dereinst für einen Standort entschieden haben würden, unterliege der Beschluss dem fakultativen Referendum, sagte SP-Grossrätin Elisabeth Burgener. Darauf könne eine Mehrheit der Schweizer Bevölkerung das Endlager in einer Volksabstimmung einer Region aufzwingen.

Dorthin, wo es am sichersten ist

Ein Endlager solle dahin, wo es am sicherersten sei und nicht dahin, wo der Widerstand am kleinsten sei, sagte FDP-Grossrätin Martina Sigg. Der Grosse Rat lehnte den Antrag auf Direktbeschluss einer Standesinitiative deutlich mit 93 gegen 30 Stimmen ab.

Die gleiche Standesinitiative war vom links-grünen Lager auch in den Kantonen Nidwalden, Obwalden, Zürich, Schaffhausen und Solothurn eingereicht worden. Der Aargauer SVP-Grossrat Rolf Ryser nannte dies eine «reine SP-PR und eine Zwängerei».

Drei mögliche Endlager-Standorte im Aargau

Die Eidgenössischen Räte hatten 2003 das Vetorecht aus der Kernenergiegesetzgebung gestrichen. Damit hat ein Referendum, wie es der Kanton Nidwalden 1995 gegen den Wellenberg ergriffen hatte, keine Verbindlichkeit mehr.

Im Aargau stehen für eine mögliches Tiefenlager für Atommüll die Regionen «Bözberg», «Lägern Nord» und «Jura-Südfuss» zur Diskussion. Insgesamt sind für 91 Gemeinden betroffen.