Staatsweinkürung
Ausmarchung um Aargauer Staatswein so eng wie selten

129 Weine wurden dieses Jahr für die Erkürung des Aargauer Staatsweins eingereicht, 16 schafften es in den Final. Vier davon wurden Sieger in vier Kategorien.

Mathias Küng
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Der jurassische Minister Jacques Gerber, Grossratspräsident Pascal Furer, Landwirtschaftsdirektor Markus Dieth und Roland Michel, Präsident Branchenverband Aargauer Wein, mit den Siegerweinen (von links).

Der jurassische Minister Jacques Gerber, Grossratspräsident Pascal Furer, Landwirtschaftsdirektor Markus Dieth und Roland Michel, Präsident Branchenverband Aargauer Wein, mit den Siegerweinen (von links).

zvg

Besser hätte das Wetter für die Kürung des Aargauer Staatsweins 2021 nicht sein können. Die hochkarätige Jury liess sich bei ihrer Arbeit im Landwirtschaftlichen Zentrum Liebegg davon aber nicht ablenken. Hochkonzentriert testete sie in der Aula (mit Corona-Abstand) 16 Weine.

Zur 13-köpfigen Jury gehören allen voran Finanz- und Landwirtschaftsdirektor Markus Dieth, Grossratspräsident Pascal Furer, Roland Michel (Präsident Branchenverband Aargauer Wein), Kathrin Scholl (Präsidentin Aargau Tourismus), Hansruedi Häfliger (Direktor Landwirtschaftliches Zentrum) und weitere. 16 Weine hatten es in einer Vorselektion aus 129 eingereichten Weinen (Vorjahr 101) in den Final geschafft. Hier standen sich in vier Kategorien je vier Weine gegenüber. So gab es vier Sieger zu küren.

Siegerweine gibt es jeweils zu kantonalen Staatsanlässen

Mit der schon zum 16. Mal durchgeführten Kürung der Staatsweine würdige der Kanton «das grossartige Engagement und die hohe Professionalität der Aargauer Winzerinnen und Winzer, Kellermeisterinnen und Kellermeister», sagte Dieth einleitend. Die hochwertigen und genussvollen Tropfen seien ein bedeutsames Aargauer Kulturgut. Die Auszeichnung «Aargauer Staatswein» sei die Krönung der Arbeit der Winzerinnen und Kellermeister.

Tele M1 über den gekürten Wein.

Die Auszeichnung Staatswein ist augenscheinlich sehr begehrt, wie die hohe Zahl an Bewerbungen zeigt. Staatswein wird jeweils an kantonalen Staatsanlässen ausgeschenkt. Im letzten Jahr wurde er naheliegenderweise wenig gebraucht. Die Hoffnung ist aber erlaubt, dass sich das bald ändert, weil sich die Coronasituation – natürlich auch dank der Impfkampagne – fast wöchentlich verbessert.

Der Landwirtschaftsdirektor übertreibt mit seinem Lob nicht. Erfahrene Jurymitglieder waren sich gesprächsweise rasch einig, dass die Ausmarchungen im Staatswein-Final aufgrund der hohen Qualität der eingereichten Weine immer enger werden. Früher waren die Unterschiede grösser.

Das sind die Sieger der Staatswein-Kürung 2021

Doch nun endlich die Sieger und damit Träger des Titels «Aargauer Staatswein 2021»: Kategorie Riesling-Sylvaner:

Riesling-Sylvaner Weingut Lindenmann, Weingut Lindenmann, Seengen

Kategorie Weisse Spezialitäten: Pino Gris Brestenberg, Wehrli Weinbau AG, Küttigen

Kategorie Pinot Noir: Pinot Noir Classique, Weingut Wetzel Würenlos, Würenlos

Kategorie Rote Spezialitäten: Wiler Barrique Pinot Noir, Wiler Trotte Weinbaugenossenschaft, Wil

Innovino: Auszeichnung für Nachhaltigkeit

Zum ersten Mal wurde die neue Nachhaltigkeitsauszeichnung «Innovino Argovia» lanciert. Damit würdige man die Innovationen im Bereich der Nachhaltigkeit auf den Aargauer Weinbaubetrieben, so Markus Dieth. Erster Träger dieser Auszeichnung ist Christian Wetzel. Gekürt wurde das Projekt «Chêne Wetzel’ Barriques aus eigener Hand», welches auf ökologischer, ökonomischer und sozialer Ebene heraussteche und damit das Rennen machte.

«Tour de vin» durch den Kanton Aargau

Aufgrund der Coronapandemie fand die Feier der Staatsweinkürung wie schon letztes Jahr ohne Publikum und Abendgala statt. Den Siegerinnen und Siegern sowie allen Finalistinnen und Finalisten wurden die Glückwünsche und Diplome stattdessen persönlich durch drei Delegationen aus Mitgliedern der Jury und des Organisationskomitees überbracht.

An der Staatsweinkürung war diesmal ein ganz besonderes Jurymitglied dabei: Jacques Gerber, Minister für Wirtschaft und Gesundheit des Kantons Jura. Er war eingeladen, weil der Aargau der erste Kanton ist, der dreimal hintereinander an den Marché-Concours in Saignelégier eingeladen worden ist, so Dieth augenzwinkernd. Zweimal musste dieser wegen Corona abgesagt werden, jetzt hoffen alle auf 2022. Mit der Einladung an Gerber machte Dieth klar, dass der Aargau nach wie vor gewillt ist, dort tatsächlich einmal als Ehrengast aufzutreten.