Kölliken

Sondermülldeponie Kölliken: Statt Menschen arbeiten bald Roboter

Benjamin Müller ist verantwortlich für die Sondermüll-Deponie in Kölliken

Benjamin Müller ist verantwortlich für die Sondermüll-Deponie in Kölliken

Ab Ende März wird bei der Sondermüll-Deponie Kölliken wieder gearbeitet - neu mit Robotern und Panzerglas-Fahrzeugen. Mit diesen und weiteren Massnahmen wollen die Rückbauer die Sicherheit erhöhen. Die Kostenfolgen sind noch offen.

Seit Anfang Jahr leitet der ETH-Geologe Benjamin Müller die Rückbau-Aktivitäten bei der Sondermüll Deponie Kölliken (SMDK). Gearbeitet haben seine Leute in diesen Monaten nicht wirklich, die Rückbautätigkeiten ruhen seit längerem. Untätig war man in Kölliken dennoch nicht. Vor allem an der Sicherheit hat die Arge Phönix, die für den Rückbau verantwortlich ist, gearbeitet.

Neu gibt es in der Deponie mehrere Wärmebildkameras, die Hitzeentwicklungen umgehend melden. In der Vergangenheit ist es dreimal schon zu Beinahe-Katastrophen gekommen, weil sich hochgifte Chemikalien entzündet hatten.

Einsatzzentrale besser geschützt

Die Einsatzzentrale wurde mit einer zusätzlichen Betonwand geschützt, für den Fall das es zu Explosionen kommen sollte.

Alle Fahrzeuge, die sich in der Deponie aufhalten, sind nun mit Panzerglas-Fenstern ausgerüstet. Zu Fuss darf die Deponie nicht mehr betreten werden. Die Probennehmer, die früher auf die Haufen gestiegen sind, gibt es nicht mehr, sagt Benjamin Müller, Geschäftsführer der Deponie, gegenüber Tele M1. Stattdessen kommen nun Roboter zum Einsatz. Sie stehen parat.

Noch 450'000 Tonnen

Ende März werden die Maschinen in Betrieb gesetzt. Allerdings geht die Arge Phönix dabei vorsichtig ans Werk. Zuerst werden die neuen Abläufe ein bis zwei Monate getestet, dann folgt eine fünfmonatige Versuchsphase. Erst im Herbst beginnt der weitere Rückbau der noch 450'000 Tonnen Material.

Angestrebt wird eine tägliche Rückbaumenge von nur noch 390 bis 440 Tonnen. Zusammen mit den bisherigen Verzögerungen wird die Sanierung bis 2016 dauern.

Über die Mehrkosten wird am Freitag informiert. Dann präsentieren die Verantwortlichen die Kreditvorlage. Die SMDK hatte die Mehrkosten bereits Ende November mit einem «hohen zweistelligen Millionenbetrag» beziffert. Im Januar 2010 wurde bereits eine Kostenerhöhung auf bis zu 700 Millionen Franken angekündigt. Das sind 222 Millionen Franken mehr als ursprünglich geplant. Für die Kosten für die Sanierung muss ein Konsortium aufkommen. Es besteht aus den Kantonen Aargau und Zürich, der Stadt Zürich und der Basler Chemie. (rsn)

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