Das SMDK-Konsortium, das vor allem aus den Kantonen Aargau und Zürich besteht, muss für Mehrkosten von 120 Millionen Franken aufkommen.

Mehrmengen an eingelagerten Abfällen, eine längere Rückbauzeit als erwartet sowie verstärkte Sicherheitsvorkehrungen führen zur Kostensteigerung. Der Rückbau der ersten öffentlichen Sondermülldeponie der Schweiz gilt als "Pionierprojekt". Erfahrungen mit einer ähnlich grossen Deponie fehlen, wie der Aargauer Landammann Peter C. Beyeler am Freitag vor den Medien in Aarau mitteilte.

Der im Herbst 2007 gestartete Rückbau wird voraussichtlich 770 Millionen Franken kosten. Das Konsortium, das die Deponie von 1978 bis 1985 betrieben hatte, sprach ursprünglich von 445 Millionen Franken.

Zusammen mit den weiterhin bestehenden Projektrisiken sowie der Mehrwertsteuer rechnet das Konsortium nun mit eigenen Aufwendungen in der Höhe von 600 Millionen Franken.

Bund bezahlt mit

Der Bund wird aus dem Altlastenfonds weitere 170 Millionen Franken beisteuern. Er überweist die Gelder gemäss Verordnung über die Abgabe zur Sanierung von Altlasten.

Dem Konsortium gehören die Kantone Aargau und Zürich (je 41,6 Prozent) sowie die Stadt Zürich und die Basler Chemie (je 8,3 Prozent) an. Als ehemalige Betreiber der Deponie müssen diese vier Partner gemäss ihren Beteiligungen den grössten Teil der Sanierungskosten tragen.

Das Konsortium kann die Aufwendungen nicht abwälzen. Es musste wegen eines Beweisnotstands auf rechtliche Schritte gegen die Lieferanten aus der Schweiz und Deutschland verzichten.

Aus der 1978 eröffneten SMDK müssen 608'000 Tonnen Einlagerungen abgebaut werden - 82'000 Tonnen mehr als zu Beginn der Arbeiten geschätzt. Die Deponie war 1985 nach massiven Umweltproblemen und Bürgerprotesten geschlossen worden.

Ein Viertel der Deponie zurückgebaut

In der ersten, abgeschlossenen Etappe wurde ein Viertel der Deponie zurückgebaut. Der Giftmüll wurde fachgerecht entsorgt. Der Rückbau fand unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen in einer riesigen Manipulationshalle statt.