Simonetta Sommaruga
Sommaruga nimmt sich täglich 15 Minuten Zeit fürs Klavier

Bundesrätin Simonetta Sommaruga hat am Donnerstagnachmittag das AZ Mediencenter in Aarau besucht. Dabei hat sie sich viel Zeit genommen, um auf die Fragen der versammelten az-Journalisten einzugehen.

Heinz Härdi
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Simonetta Sommaruga besucht das AZ Mediencenter Herzlicher Empfang von Chefredaktor Christian Dorer.
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Simonetta Sommaruga besucht das AZ Mediencenter Kleine Einführungsrunde.
Simonetta Sommaruga besucht das AZ Mediencenter Im Newsroom
Simonetta Sommaruga besucht das AZ Mediencenter Die Bundesrätin blickt den AZ-Mitarbeitern über die Schulter ...
Simonetta Sommaruga besucht das AZ Mediencenter ... und lässt sich in die Arbeit der Zeitungsmacher einweihen.
Simonetta Sommaruga besucht das AZ Mediencenter Die Bundesrätin steht der AZ-Crew Red und Antwort.
Simonetta Sommaruga besucht das AZ Mediencenter
Simonetta Sommaruga besucht das AZ Mediencenter
Simonetta Sommaruga besucht das AZ Mediencenter
Simonetta Sommaruga besucht das AZ Mediencenter
Simonetta Sommaruga besucht das AZ Mediencenter
Simonetta Sommaruga besucht das AZ Mediencenter
Simonetta Sommaruga besucht das AZ Mediencenter
Simonetta Sommaruga besucht das AZ Mediencenter
Simonetta Sommaruga besucht das AZ Mediencenter

Simonetta Sommaruga besucht das AZ Mediencenter Herzlicher Empfang von Chefredaktor Christian Dorer.

Emanuel Freudiger

Drei Stunden verbrachte die Justizministerin gestern auf der az-Redaktion: für einen Rundgang, für ein Interview und für eine Diskussion mit den Journalistinnen und Journalisten. Wenn diese die Gelegenheit haben, einer Bundesrätin Fragen zu stellen, stehen politische Themen im Mittelpunkt: Asylproblematik, Bettwil, Ausländerkriminalität, Suizidbeihilfe.

Doch Simonetta Sommaruga gab auch Einblicke in ihr Privatleben, das sich seit ihrer Wahl zur Bundesrätin markant verändert habe. «Gleich zu Beginn meines neuen Amtes hatte ich kaum mehr Zeit, Klavier zu spielen», sagte die gelernte Konzertpianistin.

Auf dem Klavier spielt sie nur noch leise Töne

Doch das habe sich geändert, seit sie sich ein kleines Elektropiano zugelegt habe. «Wenn ich jetzt um 22 Uhr nach Hause komme, nehme ich mir jeweils eine Viertelstunde Zeit, um darauf zu spielen. Sechs Stunden wie früher liegen aber nicht mehr drin». Dank Kopfhörern könne sie den Ton so laut aufdrehen, wie sie will. Um ein anspruchsvolles Amt wie jenes einer Justizministerin ausüben zu können, brauche es einen solchen Ausgleich.

Die ersten 20 Jahre ihres Lebens hat Sommaruga im Freiamt verbracht – in Sins. «Heute habe ich aber keinen Bezug mehr zu der Gemeinde», sagt sie, «denn dort wohnen keine Angehörigen mehr.» Sie habe auch den Dialekt verloren und spreche jetzt Berndeutsch, sagen ihr jedenfalls die Aargauer. «In Bern denken sie jedoch, ich rede immer noch einen Aargauer Dialekt.»

Wenn sich Macht und Ohnmacht die Balance halten

Im Justizdepartement stehen viele Probleme an, die emotional und polemisch diskutiert würden, gerade wenn es um das Asylwesen gehe. Ob sie denn mit den Emotionen aus der Bevölkerung konfrontiert werde? «In Briefen ja, da kommt die ganze Palette», sagte sie. Anders im persönlichen Kontakt mit Leuten, der glücklicherweise immer noch möglich sei. «Sie haben es halt schon schwer in Ihrem Amt», heisse es jeweils eher mitfühlend.

«Gerne würde ich meine Macht geniessen, wenn ich sie denn hätte», antwortete Sommaruga auf eine letzte Frage und erheiterte damit die Journalisten. «Vielmehr halten sich Macht und Ohnmacht oft die Balance.»

Was sie aber wirklich schätze sei, dass sie in ihrer Position auf die Unterstützung ihrer Mitarbeiter zählen könne. «Die Macht paart sich immer mit Verantwortung», sagte sie. Genugtuung erfahre sie, wenn ein Entscheid des Bundesrates nach polemischen Auseinandersetzungen in der Öffentlichkeit ruhig aufgenommen werde.

Ein ausführliches Interview mit Simonetta Sommaruga erscheint in der az vom Montag.