Essen im Altersheim
So viel kostet das Essen in Aargauer Altersheimen

Die Stadt Zürich muss sparen. Das bekommen auch die Altersheime zu spüren: Sie dürfen nicht mehr als 8.20 Franken pro Tag und Heimbewohner für Lebensmittel ausgeben. Wie sieht es im Aargau aus? az hat nachgefragt.

Lea Durrer
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Essen im Altersheim

Essen im Altersheim

Keystone

In der Stadt Zürich schränken die Behörden die Ausgaben der Altersheime für Lebensmittel auf 8.20 Franken pro Tag und Bewohner ein. Ein solches Limit ist im Aargau jedoch kein Thema. Hier ist es den Pflegeheimen überlassen, das Budget aufzustellen. «Der Kanton macht keine Vorschriften, wie viel das Essen in einer Pflegeinstitution kosten darf», sagt Beat Huwiler, Geschäftsführer der Aargauischen Spitäler, Kliniken und Pflegeinstitutionen (VAKA).

Es mache überhaupt keinen Sinn, ein Limit fürs Essen zu setzen. «Im Bereich der Hotellerie herrscht Wettbewerb», so Huwiler. «Das ist der freie Markt, der über den Preis entscheidet.»

Saisonale Frischprodukte

Von 10 angefragten Heimen konnten deren fünf der az konkrete Angaben zu ihren Unkosten machen. Sie berappen für Lebensmittel pro Tag und Person im Durchschnitt zwischen 11.50 und 12.50 Franken - weitab von 8.20 Franken der Zürcher Pflegeheime.

Qualität, ausgewogene Ernährung und das Verwenden von Frischprodukten ist vielen Altersheimen ein grosses Anliegen. «Wir setzen auf saisonale und regionale Frischprodukte und wollen regionale Lieferanten berücksichtigen», sagt etwa Dieter Münger vom Seniorenhaus Meiengrüen in Hägglingen. Dies lässt sich das Alters- und Pflegeheim auch gerne mehr kosten. Das Seniorenheim rechnet für Lebensmittel mit 12 Franken pro Tag.

Auch Robert Werder vom Alters- und Pflegeheim Bifang in Wohlen betont, wie wichtig eine gesunde und ausgewogene Ernährung mit vielen Frischprodukten für die Bewohner sei. «Dass dies etwas kostet, ist klar», meint er. Wie viel genau, will er jedoch nicht verraten.

Essen auch für Auswärtige

Einen Preis nennen kann jedoch das Altersheim Mühlefeld in Erlinsbach: 11.50 Franken rechnet das Heim für die Verpflegung der Heimbewohner und Gäste sowie für den Mahlzeiten-Dienst.

1 Franken mehr setzt das Regionale Pflegezentrum Baden ein. Mit 12.50 Franken pro Person werden 230 Essen für Bewohner, 50 für die Kindertagesstätte und das Gefängnis, sowie 80 Mittagessen für das Restaurant vorbereitet.

Sparpotenzial suchen

Sparen ist bei den Aargauer Altersheimen (noch) nicht angesagt. Obwohl Beat Huwiler von den Aargauischen Spitäler, Kliniken und Pflegeinstitutionen weiss: «Wegen der neuen Pflegefinanzierung gehen momentan alle Pflegeinstitutionen über die Bücher.» Dazu gehöre auch, nach Sparpotenzialen zu suchen.

Sparmassnahmen der Zürcher Altersheime

In Zürich konnten die 27 städtischen Altersheime bisher 8.54 Franken pro Person und Tag für die Verpflegung einrechnen. Nun müssen sie 250 000 Franken einsparen.

Je Altersheim macht dies etwas über 9200 Franken aus. Auf jeden einzelnen der 2000 Heimbewohner ausgerechnet müssen die Küchenchefs ihr Budget um 34 Rappen kürzen.

Grosseinkäufe? Unmöglich im Aargau

Im Zuge der Sparmassnahmen geht Schwarzmann davon aus, dass dieser Prozentsatz noch steigen wird. Der Spielraum für die Küchenchefs wird so mitunter eingedämmt.

Ein Vorgehen wie in Zürich wäre im Aargau nicht möglich. Die vielen kleinen und mittleren Alters- und Pflegeheime kaufen in geringen Mengen ein, oftmals auch bei regionalen Verkäufern. Grosse Deals und Mengenrabatte wie in Zürich sind ausgeschlossen. Da sind 4 Franken Unterschied doch durchaus gerechtfertigt.