Je näher der 23. Oktober rückt, desto mehr intensiviert sich der Wahlkampf der Parteien. Sie versuchen den Nerv der Wähler zu treffen und so Stimmen zu holen. Nur, wie definieren die Parteien den Durchschnittsschweizer in eigenen Worten? az online gab den wichtigsten Parteien des Kantons die Möglichkeit, in 500 Zeichen die typische Schweizerin und den typischen Schweizer zu charakterisieren.

Hilfsbereitschaft und Anstand

Alle Parteien nahmen sich - wenn auch mit Verspätung - die Zeit für das Verfassen eines kurzen Textes. Die Auswertung zeigt nun: Die Vorstellungen der einzelnen Parteien des Durchschnittsschweizers sind in etwa so differenziert wie die Aargauer Politlandschaft.

So ist der Herr und Frau Schweizer hilfsbereit (Grüne), höflich und anständig (FDP) und gewissenhaft (BDP/GLP), aber auch einzigartig (BDP), fair (FDP), fleissig (SLB) und innovativ (GLP). Dass der Schweizer nun auch noch demokratisch (Grüne) ist, versteht sich von selber.

Nationalstolz beim Durchschnittsschweizer vorhanden

Interessant ist der Fakt des Nationalstolzes. Dieser werde durchaus ausgelebt, jedoch aber nur im richtigen Augenblick (Piratenpartei) und im bescheidenen Rahmen (FDP). Im Gegensatz dazu stehen die EDU und die EVP, welche den Stolz auf das Land als reine Eigenschaft des Durchschnittsschweizers beschreiben.

Für die SP und die EDU ist der Durchschnittsschweizer gar nicht charakterisierbar. Er sei von Kanton zu Kanton verschieden (SP) beziehungsweise werde mehr und mehr durch die multikulturelle Gesellschaft verdrängt (EDU). Die Grünen finden den Schweizer vielfältig, die Grünliberalen attestieren ihm sogar eine Anpassungsfähigkeit, ohne dass er die eigenen Wurzeln verliert.

Toleranz als Haupteigenschaft

Einig sind sich vier Parteien in zwei wertenden Adjektiven. So ist Herr und Frau Schweizer für fast die Hälfte der Parteien tolerant und auch ständig nach mehr strebend. Für die EVP und die Piratenpartei sind die beiden auch ‹gemütlich›.

CVP: Durchschnittsschweizer wählt SVP

Interessant sind die Antworten von SVP und CVP. Während die Antwort der SVP prompt in einem einzigen Satz («Der typische Schweizer wählt SVP.») zurückkam, liess sich die CVP sehr viel Zeit. Deren Antwort erstaunte. So ist für die CVP klar, dass der Durchschnittsschweizer ein Mann ist und erst noch SVP wählt.

Exakt 5823 Franken Einkommen

Logischerweise kann man durch Adjektive nicht den Universalschweizer heraufbeschwören. Mit den Zahlen des Bundesamts für Statistik kann man einige Fakten eines Durchschnittsschweizers berechnen. So geht dieser eher wählen als abstimmen und lebt auf durchschnittlich 44 Quadratmetern mit 1.24 anderen Personen in demselben Haushalt. Jeden Monat bringt er exakt 5823 Franken nach Hause.