Während sechs Tagen war die Flösserherberge in Hottwil das Zuhause von 21 Kantonsschüler aus der deutschsprachigen Schweiz. Das Treffen ist die zweite Vorbereitungsetappe für die Geografieolympiade 2016 in Peking, an der vier dieser Jugendlichen dann teilnehmen dürfen. Damit wird erstmalig auch die Schweiz vertreten sein.

Bereits im April dieses Jahres hatte eine Vorentscheidung stattgefunden, bei der sich jene 21 Schülerinnen und Schüler von insgesamt 230 für Hottwil qualifizieren konnten.

In dieser Woche nun drehte sich alles um Fledermäuse, die selten vorkommenden Grauen Langohren, die Grossen Mausohren und die häufiger vertretenen Zwergfledermäuse. Alle kann man im Jurapark Aargau finden.

Leiter des Sommercamps war Thomas Koblet, zuständig für Bildung bei Esri Swiss. Das Ziel: Mit schon vorhandenen und neu gefundenen Daten ein Habitatsmodell über den Lebensraum dieser Tiere erarbeiten. Dazu setzten die Jugendlichen geografische Informationssysteme ein. Mit Ultraschall wurden die kleinen nachtaktiven Flieger geortet, belauscht, beobachtet und deren Erscheinungsorte aufgezeichnet.

In Gruppen aufgeteilt lernten die Kantonsschüler deren Lebensräume kennen, verfolgten deren Flugrouten, deren Jagdgebiete, sahen, welche Gebäude sie bevorzugten, wo sie ihre Wochenstuben haben und wer oder was ihnen gefährlich werden kann. Die Mädchen und Jungen erkannten zum Beispiel, dass alte, dunkle Häuser und hochstämmige Obstbäume ideale Aufenthaltsbedingungen bieten.

Aus all den gefundenen Daten für Mettau, Oberhofen und Gansingen entstanden Analysen zu optimalen Standorten und Jagdrevieren. Die daraus erarbeitete, sehr detaillierte, interaktive Webkarte existierte bisher so noch nicht.

Die Ergebnisse können sich sehen lassen: Für alle drei oben genannten Dörfer können geeignete Lebensräume und die daraus resultierenden Jagdgebiete aufgezeigt und damit seltene Arten geschützt werden. Im Jurapark Aargau gibt es noch drei Kolonien von Grauen Mausohren, eine davon in der Kapelle in Wil. Die Schüler lernten, mit geografischen Informationssystemen umzugehen und sie wissenschaftlich anzuwenden.

Sie lernten in neuer Umgebung viele Menschen kennen und wurden mit offenen Armen aufgenommen. Am 21. November wird dann das spannende Finale sein, auf dem jene vier Kandidaten nominiert werden, die im nächsten Jahr nach Peking fahren.

Natürlich haben die 21 Jugendlichen des Sommercamps in Hottwil nicht nur gelauscht und geforscht, auf einer Tageswanderung lernten sie auch die schöne Umgebung kennen.