Aarburg
Sex-Affäre – Sozialhilfebezügerin wegen Erpressung verurteilt

Eine Sozialhilfeempfängerin ist wegen Erpressung verurteilt worden. Sie hatte fälschlicherweise behauptet, ein Mitarbeiter der Sozialen Dienste Aarburg habe sie zu Sex gezwungen. Das Verfahren gegen den damals freigestellten Mann wurde eingestellt.

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Sozialhilfeempfängerin von Aarburg wegen Erpressung verurteilt.

Sozialhilfeempfängerin von Aarburg wegen Erpressung verurteilt.

Tele M1

Die 43-jährige Italienerin hat dem freigestellten Sozialdienstmitarbeiter vorgeworfen, von ihr Sex für eine reibungslose Abwicklung ihrer Sozialhilfeanträge verlangt zu haben.

Der Mitarbeiter aber behauptete, er sei von der Sozialhilfeempfängerin um 30'000 Franken erpresst worden. Die Klientin und ihr Lebenspartner hätten ihm gedroht, gegen ihn vorzugehen, wenn er nicht zahle.

Der Angestellte, ein 51-jähriger Schweizer, hat ausgesagt, dass die sexuellen Handlungen im gegenseitigen Einvernehmen passiert seien.

Die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm hält in einer Mitteilung jetzt fest: Das Strafverfahren wegen Ausnützung einer Notlage gegen den Sozialdienst-Angestellten wurde eingestellt.

Die Untersuchungen haben aufgezeigt, dass zwischen dem Beschuldigten und der 43-jährigen Italienerin zwar sexuelle Handlungen stattgefunden hätten. Diese Handlungen seien jedoch beidseitig freiwillig vollzogen worden.

Nach Sex 30 000 Franken gefordert

Stattdessen wurde die 43-jährige Italienerin und ihr 53-jähriger Mittäter der versuchten Erpressung schuldig gesprochen, wie die Staatsanwalt mitteilt. Ihnen wird vorgeworfen, vom Mitarbeiter den Betrag vom 30'000 Franken gefordert zu haben.

Im Gegenzug würden sie auf eine Anzeige bei der Polizei und auf eine Meldung beim Arbeitgeber wegen angeblicher sexueller Kontakte unter Ausnützung eines Abhängigkeitsverhältnisses verzichten. Der geforderte Betrag wurde nie bezahlt.

Die 43-jährige Italienerin muss sich zudem wegen «Aufnehmen nicht öffentlicher Gespräche» und für den Vorwurf der «Vorteilsgewährung» verantworten.

In diesem Zusammenhang wird ihr vorgeworfen, dass sie den Mitarbeitenden der Sozialen Dienste mit sexuellen Leistungen für ihre künftigen Anliegen im Zusammenhang mit Sozialhilfe positiv stimmen wollte.

Die beiden Mittäter wurden zu 160 Tagessätzen Geldstrafe (bedingt) und einer Busse von CHF 2000 und 100 Tagessätzen Geldstrafe (bedingt) und einer Busse von 1500 Franken verurteilt.

Die Einstellungsverfügung und die beiden Strafbefehle sind noch nicht rechtskräftig.

Die Gemeinde Aarburg orientierte die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm am 19. März 2014 über sexuelle Handlungen eines Mitarbeiters mit einer Klientin. Die Staatsanwaltschaft hat umgehend reagiert, sämtliche Beteiligten noch am selben Tag befragt und in Untersuchungshaft genommen.

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