Volksschule

Sechs Jahre Primarschule: Umstellung kommt ein Jahr später

Studium für Lehrer soll verkürzt werden (Archiv)

Primarschule dauert im Aargau bald ein Jahr länger.

Studium für Lehrer soll verkürzt werden (Archiv)

Im Kanton Aargau soll die Primarschule von fünf auf sechs Jahre verlängert, die Oberstufe dagegen um ein Jahr auf drei Jahre verkürzt werden. Die Regierungsrat verschiebt die Umstellung nun um ein Jahr aufs Schuljahr 2014.

Ursprünglich hatte der Regierungsrat geplant, die Umstellung aufs Schuljahr 2013/14 vorzunehmen. Nun krebst er zurück. Grund: In der Vernehmlassung zur Vorlage «Stärkung der Volksschule» gab es massiv Kritik. Viele hätten die Umstellung als zu früh bezeichnet, schreibt der Regierungsrat heute in einer Mitteilung. Insbesondere Gemeindevertreterinnen und -vertreter sowie Schulleitungen wünschten sich für die Personalplanung und auch für die Bereitstellung der notwendigen Infrastruktur mehr Zeit. Mit der Verschiebung um ein Jahr trage die Regierung dieser Kritik nun Rechnung.

Kindergarten obligatorisch 2 Jahre

Wie geplant aufs Schuljahr 2013/14 eingeführt werden sollen der zweijährige Kindergarten. Kinder, die aus eigenem Antrieb im Kindergartenalter lesen, schreiben und rechnen wollen, sollen das tun dürfen. Nach heutiger gesetzlicher Grundlage ist dies nicht zulässig. Unterricht in Lesen, Schreiben und Rechnen soll es im Kindergarten keinen geben, der findet weiterhin erst in der Primarschule statt.

Zusatzlektionen bei erheblicher sozialer Belastung

Kinder-gärten, Primar- sowie Real- und Sekundarschulen an sozial erheblich belasteten Orten sollen ab dem gleichen Zeitpunkt zusätzliche Lektionen für Teamteaching, flexible Lerngruppen oder andere Angebote zur Lern- und Leistungssteigerung erhalten. Zudem soll es an den Real- und Sekundar-schulen in schwierigen Situationen möglich sein, für eine befristete Zeit eine Assistenz in der Klasse zur Unterstützung der Klassenlehrperson einzusetzen.

Regionale Spezialklassen als letzte Chance

Für Schülerinnen und Schüler mit massiven disziplina-rischen Problemen sollen ab Schuljahr 2013/14an vier Orten im Kanton so genannte regionale Spezialklassen geführt werden. Sie bieten den Jugendlichen als letzte Chance während maximal sechs Monaten Gelegenheit, wieder Fuss zu fassen. Bereits ab nächstem Schuljahr wird das Konzept im Rahmen eines Schulversuchs in Baden und Wohlen erprobt.

Mehrkosten von 28 Millionen

Die maximalen jährlichen Kosten für die Realisierung werden nach der ge-staffelten Einführung der Massnahmen im Jahr 2017 erreicht sein. Sie betragen für den Kanton rund 28 Millionen Franken. Die Gemeinden werden leicht entlastet. Der Kanton wird die Kosten für die Zusatzlektionen üernehmen. (rsn)

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