Sicherheit

Schweizer Demokraten fordern Bürgerwehren im Aargau

Die amerikanische Bürgerwehr Guardian Angels durchstreift ein Quartier auf der Suche nach einem Mörder.

Guardian Angels

Die amerikanische Bürgerwehr Guardian Angels durchstreift ein Quartier auf der Suche nach einem Mörder.

Die Aargauer Kantonalpartei um den Präsidenten Grossrat René Kunz fordert «als Beitrag zur Sicherheit» die Einführung von Bürgerwehren. Die Wehren sollen unbewaffnet sein.

Die Partei wolle einen entsprechenden Vorstoss im Grossen Rat einreichen, schreibt sie in einer Medienmitteilung. Demnach sollen in Zukunft private Bürgerwehren zur Sicherheit im Aargau beitragen.

Dies wegen einer zunehmenden Verschlechterung der Sicherheitslage, so die Schweizer Demokraten weiter. Die Bürgerwehren sollten allerdings unbewaffnet sein - Selbstjustiz sei nicht gefragt.

Laut Kunz könnte das Personal beim Zivilschutz oder bei Vereinen rekrutiert werden. Eine Bürgerwehr sei ja auch eine Art von Zivilschutz, sagte er gegenüber Radio Argovia. Kunz will im Grossen Rat demnächst einen entsprechenden Vorstoss lancieren.

In Italien bereits eingeführt

Erst vor einem Jahr hat Italien landesweit umstrittene Bürgerwehren eingeführt. Berlusconi reagierte mit der Massnahme auf eine Welle brutaler Vergewaltigungen in verschiedenen Grossstädten.

Die italienischen Bürgerwehren sind unbewaffnet und nur mit Handy und Funkgerät ausgerüstet. Ausserdem würden die Behörden ehemalige Polizisten für die Besetzung der Bürgerwehren bevorzugen, sagte Innenminister Roberto Maroni bei der Einführung.

In den USA seit 30 Jahren etabliert

Eine ähnliche Institution wurde vor 32 Jahren in den USA gegründet. Die Guardian Angels, ausgebildet in Kungfu, patrouillieren durch U-Bahnen und Nachbarschaften.

Mit ihrer Präsenz wollen sie kriminellen Machenschaften vorbeugen. Mittlerweile haben die «Schutzengel» rund 50 Zweigstellen in den ganzen USA. Für viel Kritik sorgten wiederholte Fälle sexueller Belästigung von Guardian Angels gegenüber Frauen. (mik)

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