Ständerats-Wahlen
Schmid soll Ständeratssitz für CVP zurückerobern

Seit gestern stehen drei Kandidaten für die beiden Aargauer Ständeratssitze fest. Zu Christine Egerszegi und Ulrich Giezendanner kommt definitiv Kurt Schmid dazu.

Mathias Küng
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Kurt Schmid von der CVP wird für den Ständerat kandidieren

Der Wahlkampf im Herbst 1995 endete bitter für die CVP Aargau. Sie verlor ihren traditionellen Ständeratssitz nach einer intensiven Ausmarchung an die SVP. Alle Versuche seither, ihn zurückzuholen, scheiterten. Das soll 2011 anders werden. «Wir sind gewillt und finster entschlossen», sagte Parteipräsident Franz Hollinger gestern in Lengnau vor rund 120 Personen in der bis auf den letzten Platz gefüllten Turnhalle, «diesen Sitz 2011 zurückzuerobern.»

Im Grossen Rat sei die CVP «die stärkste Kraft der politischen Mitte», betonte Hollinger. Statt unheilige, ja mitunter destruktive Allianzen brauche es auch in Bern «lösungsorientierte Kräfte». Der vom Parteivorstand einstimmig empfohlene, langjährige Gemeindeammann von Lengnau, Kurt Schmid, sei «alles andere als ein Wischiwaschi-Politiker», so Hollinger: «Wir wollen mit Kurt Schmid die Ständeratswahlen gewinnen!»

Triumphaler Sieg von Schmid

Keine Frage, die Delegierten nominierten Schmid - im Kanton auch als Präsident des Aargauischen Gewerbeverbandes bekannt - einstimmig und ohne Enthaltungen. In der Turnhalle war es angenehm geheizt, doch draussen erwartete die Delegierten winterliche Kälte, als sie nach der mit grossem Applaus gefeierten Nomination ihre Ballone für Schmids Sieg in den Himmel steigen liessen.

Die Winterkälte mag dem Kandidaten symbolhaft bewusst gemacht haben, wie schwierig es wird, den Sitz für die CVP zurückzuerobern. Denn die FDP wird ihren Sitz mit Christine Egerszegi (bisher) und die SVP den ihren mit Ulrich Giezendanner (neu) zu verteidigen suchen.

Zudem wird allgemein erwartet, dass die SP mit Pascale Bruderer mittun wird. Wenn Bruderer kommt, werden diese vier den Kampf untereinander ausmachen.

Dass Schmid nominiert würde, stand in Lengnau ausser Frage. Doch dafür musste er zuerst noch einiges tun. Er gab mit dem Alphorntrio Zurzibiet eine gelungene musikalische Kostprobe und stellte dann sich und seine bisherigen, vielfältigen Tätigkeiten vor.

Schmid in Energiefragen zu Hause

Schmid betonte, wie wichtig für ihn die vier Säulen Familie, Beruf, Politik und Freizeit für die «Life-Balance» sind. In Bern würde er sich wohl besonders um Energiefragen kümmern - ein Feld, das derzeit von bürgerlichen Aargauer Nationalräten zu wenig besetzt ist.

Schmid empfahl sich als Alternative zu den Aargauer Ständeräten, die in den letzten Jahren ungenügend gewesen seien. Schmid: «Dass der Aargau im Standortranking neu an dritter Stelle ist, hat kaum mit den beiden Ständeräten zu tun.» Für Aufsehen sorgte seine Ankündigung, im Januar mit einer Initiative für gleiche Standards bei Einbürgerungen zu kommen.

Bezirksparteipräsident Kurt Wyss entlockte Schmid zusätzlich Antworten auf heisse Fragen. Er sei überzeugt von der Notwendigkeit eines Ersatz-AKW Beznau und für höhere Franchisen in der Krankenversicherung, antwortete Schmid. Wäre er für einen EU-Beitritt? Sein knappes «Auf keinen Fall» zeigt, wie viel sich in dieser Frage in der CVP in den letzten Jahren verändert hat.

Befragt von Fraktionschef Peter Voser gaben die CVP-Nationalräte Ruth Humbel, Esther Egger und Markus Zemp zusätzlich Einschätzungen zur kommenden Session. Und Präsident Hollinger gab bekannt, dass der Parteivorstand sich einstimmig für den Kauf des Campus-Neubaus in Brugg ausspreche.

Diese Frage wird den Aargau im Februar beschäftigen. Also noch vor dem nächsten grossen Termin der CVP, der Nationalrats-Nomination am 11. März in Nussbaumen.

Klarer Entscheid für Kurt Schmid. Wir erkennen in der vordersten Reihe von links: Grossrat Kurt Wyss, Ständeratskandidat Kurt Schmid, Fraktionspräsident Peter Voser und Nationalrätin Esther Egger.