Schlussspurt
Beim CO2-Gesetz wird es knapp: Aargauer Komitee und Outdoor-Firma Mammut kämpfen für ein Ja

In elf Tagen stimmt die Schweizer Stimmbevölkerung über das revidierte CO2-Gesetz ab. Umfragen zeigen, dass das Rennen noch nicht gemacht ist. Das Komitee «CO2 Gesetz Ja Aargau» markierte an einer Pressekonferenz nochmals Präsenz.

Zara Zatti
Merken
Drucken
Teilen
V.l.:Daniel Huber, Vorstand Casafair Mittelland, Alfons Kaufmann, Grossrat und Fraktionspräsident Die Mitte, Colette Basler Vizepräsidentin Bauernverband Aargau & Grossrätin SP, Suzanne Marclay-Merz Stadträtin Aarau & Grossrätin FDP, Jonas Fricker Präsident WWF & Lilian Studer, Nationalrätin FDP

V.l.:Daniel Huber, Vorstand Casafair Mittelland, Alfons Kaufmann, Grossrat und Fraktionspräsident Die Mitte, Colette Basler Vizepräsidentin Bauernverband Aargau & Grossrätin SP, Suzanne Marclay-Merz Stadträtin Aarau & Grossrätin FDP, Jonas Fricker Präsident WWF & Lilian Studer, Nationalrätin FDP

Britta Gut

Es könnte knapp werden für das CO2-Gesetz, das zeigen aktuelle Umfragen. Am Mittwoch erläuterte das Komitee «CO2 Gesetz Ja Aargau» an einer Medienkonferenz deshalb nochmals, wieso es das Gesetz aus Befürworter-Sicht braucht. Das Komitee setzt sich zusammen aus über 100 Personen aus Gesellschaft, Wirtschaft und Politik von den Grünen bis zur FDP.

An der Medienkonferenz im Eniwa-Gebäude in Buchs sprachen Colette Basler, Vizepräsidentin des Bauernverbandes Aargau und Co-Fraktionspräsidentin der SP im Grossen Rat, Daniel Huber, Vorstandsmitglied des grünen Hauseigentümerverbands Casafair und Jonas Fricker, Co-Präsident WWF Aargau und Grünen-Grossrat.

Die bürgerlichen und Mitte-Stimmen vertraten Suzanne Marclay-Merz, FDP Grossrätin und Stadträtin von Aarau, Alfons Kaufmann, Fraktionspräsident Die Mitte Aargau, sowie EVP-Nationalrätin Lilian Studer.

«Es ist kein sozialistisches Gesetz»

Suzanne Marclay-Merz betonte, dass es sich beim CO2-Gesetz um ein liberales und kein sozialistisches Gesetz handle. «Es schafft keine Verbote und fördert Innovationen im Inland». Das schaffe attraktive Arbeitsplätze und fördere die Wirtschaft. Die FDP Aargau hat die Nein-Parole zum Gesetz gefasst. «Ich erhoffe mir, dass wir im Aargau punkto Klima einen ähnlichen Weg wie die Mutterpartei einschlagen können», sagte Marclay im Anschluss an die Medienkonferenz. Die FDP Schweiz stimmt dem CO2-Gesetz zu.

Die Landwirtschaft werde als erste die Auswirkungen des Klimawandels zu spüren bekommen, sagte Colette Basler:

«Hitzesommer und Trockenheit, aber auch Spätfroste und der zunehmende Schädlingsdruck verursachen in der Landwirtschaft hohe Kosten.»

Der Bauernveraband Aargau sei sich bewusst, dass mit dem Gesetz auch Mehrkosten auf die Betriebe zukommen werden. So verursache der steigende Dieselpreis im Schnitt etwa 400 Franken Mehrkosten pro Betrieb. Aber: «Im Hinblick auf die angestrebten Klimaziele ist es wichtig, die Landwirtschaft als Ganzes zu sehen. Dieser Gesamtblick geht in der aktuellen Debatte etwas unter.»

Die Schweiz soll mit gutem Beispiel vorangehen

Ein viel gebrachtes Argument der Gegner des Gesetzes ist, dass die kleine Schweiz im Vergleich zu den grossen Playern wie China, Indien oder die USA nicht viel im Kampf gegen den Klimawandel bewirken könne. Dem widersprach Jonas Fricker:

«Wer, wenn nicht die Schweiz, soll beweisen, dass Klimaschutz ein Business-Modell ist?»

Nur mit einem vorbildlichen Verhalten könne man erreichen, dass auch die grossen Emittenten mitziehen.

Das Komitee hofft auf die Unentschlossenen

Das Komitee betonte den Kompromisscharakter des nun auf dem Tisch liegenden Gesetzes: «Es ist ein typisch schweizerisches Gemeinschaftswerk, an dem über fünf Jahre gearbeitet wurde», sagte Fricker vor den Medien. Das habe dazu geführt, dass das Gesetz nun breite Unterstützung erfahre – bis hin zu einigen Vertretern aus der SVP.

In zwölf Tagen müssen alle ihr Stimmcouvert eingeworfen haben. Viele dürften das schon gemacht haben. Wieso kommt der öffentliche Auftritt des Komitees also so spät? «Wir befinden uns im Schlussspurt des Abstimmungskampfes», sagte Lilian Studer. Es gehe jetzt darum, nochmals über den Inhalt zu informieren und Stimmen zu gewinnen. «Gerade die Unentschlossenen stimmen häufig eher spät ab», bestätigte Marclay-Merz. Und genau auf diese Unentschlossenen komme es in der Endphase an.

Outdoorfirma Mammut setzt sich für Ja zum CO2-Gesetz ein

Auch der bekannte Outdooranbieter Mammut mit Sitz in Seon meldet sich mit einer Mitteilung im Abstimmungskampf zu Wort. Der fortschreitende Klimawandel beeinflusse das Aktionsfeld des Unternehmens und habe das Potenzial, die Branche tiefgreifend zu verändern, schreibt Mammut. Für die Outdoorbranche stehe der respektvolle Umgang mit der Natur und deren Bewahrung im Zentrum der Nachhaltigkeitsthematik.

Mammut schreibt: «Eine intakte und nachhaltig geschützte Umwelt bildet die Grundlage für den zukünftigen Natur- und Bergsport.» Mammut-CEO Oliver Pabst hält in der Mitteilung fest: «Als Outdoorunternehmen ist die Natur unser Aktionsfeld. Wir bewegen Menschen dazu, die Welt der Berge zu entdecken, sich von den Bergen berühren zu lassen und diese zu erhalten. Jetzt und in Zukunft. Wir treiben messbaren, positiven und bleibenden Wandel voran und setzen uns daher für das CO2-Gesetz ein.»

Mit der Unterstützung der Gletscherinitiative habe man schon 2019 ein klares Zeichen gegen den Klimawandel gesetzt. Man verfolge das Ziel, positive Veränderungen mit Nachhaltigkeitsmassnahmen und in der gesamten Lieferkette voranzutreiben, schreibt Mammut.