SBB
Ein zusätzlicher Zug, eine zeitliche Verschiebung und viele Baustellen: Das bringt der Fahrplanwechsel im Aargau

Aus Aarau fährt in Zukunft ein Zug bereits um 5.54 Uhr nach Lenzburg und Zürich HB – dafür fällt eine Verbindung am Abend weg. Doch auffällig sind insbesondere die vielen Erneuerungsarbeiten, die im nächsten Jahr geplant sind.

Dominic Kobelt
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Der Bahnhof Wildegg wird für rund 45 Millionen Franken modernisiert.

Der Bahnhof Wildegg wird für rund 45 Millionen Franken modernisiert.

Urs Helbling

Der Fahrplanwechsel am 12. Dezember bringt im Aargau einige Veränderungen. Die Pendler, respektive die Frühaufsteher, bekommen eine zusätzliche Morgenverbindung: Ab Aarau fährt um 5.54 Uhr ein Zug über Lenzburg nach Zürich HB. «Damit wird eine Angebotslücke geschlossen und in Zürich HB werden optimale Anschlüsse ermöglicht», schreibt dazu die SBB. Weiter werden die Fahrpläne der ersten S9, S26 und S28 so ausgerichtet, dass Anschlüsse auf die neue RE-Verbindung bestehen.

Dafür wird auf derselben Strecke am Abend ein Zug gestrichen: Der Zug, der Aarau jeweils um 23.54 Uhr verliess, verkehrt nach neuem Fahrplan nicht mehr. Als Ersatz hält der IC1 Lausanne–Bern–Olten–Aarau–Zürich HB neu zusätzlich in Lenzburg (Abfahrt 0.19 Uhr). In Aarau übernimmt zudem die S26 die bisherigen Anschlüsse des RE nach Lenzburg.

Und noch eine Veränderung tangiert Lenzburg: Von Montag bis Samstag verkehrt um 20.06 Uhr ab Lenzburg eine zusätzliche S28 bis nach Kölliken. Am Sonntag verkehrt der Zug ab Lenzburg um 20.04 Uhr bis nach Zofingen und zusätzlich ab Zofingen ein Zug um 20.18 Uhr bis nach Lenzburg.

Bahnhof Mägenwil an drei Wochenenden gesperrt

Zwischen Anfang März und Mitte Dezember nächstes Jahr wird die SBB zwischen Lenzburg und Zürich wichtige Ausbau- und Erneuerungsarbeiten vornehmen. An drei Wochenenden ist der Bahnhof Mägenwil komplett gesperrt, an acht Wochenenden besteht im Raum Mägenwil Einspurbetrieb. «Je nach Bauphase haben die Bauarbeiten unterschiedliche Auswirkungen wie Ausfälle, Umleitungen, Fahrplan- und Haltanpassungen im Fern- und Regionalverkehr zur Folge», schreibt die SBB. Im Regionalverkehr stehen Bahnersatzbusse im Einsatz.

Unterhaltsarbeiten zwischen Mattstetten und Rothrist

Die SBB führt an vier Wochenenden jeweils vom Freitagabend bis Montagmorgen wichtige Unterhaltsarbeiten an der Neubaustrecke zwischen Mattstetten und Rothrist aus:

  • 25. bis 28. März
  • 20. bis 23. Mai
  • 16. bis 19. September
  • 28. bis 31. Oktober

Der Fernverkehr wird in beiden Fahrtrichtungen über Burgdorf umgeleitet, was zu Fahrzeitverlängerungen von rund 10 bis 15 Minuten führt. Die Züge fahren früher in Basel SBB, Olten, Zürich HB und Luzern ab und kommen in diesen Bahnhöfen auch später an. Ab Bern verkehren die Züge in alle Richtungen zur gewohnten Zeit.

Bahnübergang in Suhr wird erneuert

Im Zeitraum Mitte April bis Mitte Mai erneuert die SBB in Suhr die Fahrbahn und einen Bahnübergang. Zwischen Ende April/Anfang Mai ist der Streckenabschnitt Oberentfelden–Suhr an einem Wochenende durchgehend gesperrt. Zwischen Kölliken und Suhr verkehren Bahnersatzbusse.

Neue Weichen in Aarau

Im Mai nimmt die SBB im Bahnhof Aarau Weichenerneuerungen vor. Dies führt an einem Wochenende im Fernverkehr in Fahrtrichtung West–Ost zu Umleitungen und Fahrplananpassungen sowie im Regionalverkehr in beiden Fahrtrichtungen zu Zugausfällen mit Bahnersatz.

Umbau Bahnhof Wildegg

Von Mai 2022 bis Dezember 2023 baut die SBB den Bahnhof Wildegg um. Zwischen Ende Oktober und November 2022 kommt es in den Abendstunden sowie an zwei Wochenenden zu Einschränkungen. Es kommt zu Fahrplananpassungen sowie Bahnersatz.

Regierungsrat will keine Sparbillette im Aargau

Im Juli hat der innerschweizerische Tarifverbund Passepartout Sparbillette eingeführt. Wer seither mit dem öffentlichen Verkehr etwa von Luzern nach Zofingen oder nach Engelberg fahren will, kann bis zu 70 Prozent auf dem Billett sparen. Das Angebot orientiert sich an den Sparbilletten der SBB, diese gibt es seit 2013 und sind äusserst beliebt. Die GLP Aargau will, dass Sparbillette auch bei den Aargauer Tarifverbünden angeboten werden. 

Der Regierungsrat nimmt das Postulat entgegen, beantragt aber gleichzeitig beim Grossen Rat, es abzuschreiben. Da der Betrieb im Orts- und Regionalverkehr je zur Hälfte von den Kunden und aus der allgemeinen Staatskasse getragen wird, müssen die Sparbillette eine lenkende Wirkung haben, schreibt der Regierungsrat in seiner Antwort. Doch Daten der SBB zeigten, dass Sparbillette kaum eine spürbare Entlastung der Stosszeiten mit sich bringen würden. Zudem seien die geltenden Preise im öV für die gebotene Leistung gerechtfertigt. Als weiteres Argument führt der Regierungsrat das Ziel eines einheitlichen und durchgängigen nationalen Preissystems ins Feld. (kob)

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