Traditionen
Saufest und Brötliexamen: Das sind Aargauer und Solothurner Traditionen

Seit einem Monat sammeln die Kantone Aargau und Solothurn Traditionen aus den Regionen. Die Liste beinhaltet bereits rund 50 Vorschläge - darunter auch einige skurrile.

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Tropfnasses Brötliexamen (Archiv).

Tropfnasses Brötliexamen (Archiv).

Das Saufest in Hofstetten (SO) soll genauso ein Kulturerbe sein wie das Brötliexamen in Lupfig(AG), das Schloss-Gespenst Kuoni von Neu-Bechburg (SO), die Schiesswettbewerbe in Lenzburg (AG) und der Brünnli-Tag des Vereins der Pilzfreunde Welschenrohr (SO).

Immaterielles Kulturerbe

Im Rahmen der 2003 von der Unesco verabschiedeten Konvention zur Bewahrung des immateriellen Kulturerbes, realisieren die Kantone Aargau und Solothurn eine gemeinsame Liste der Traditionen. Zum immateriellen Kulturerbe gehören gemäss Unesco-Konvention unter anderen gesellschaftliche Praktiken, Rituale, Feste, Fachwissen über traditionelle Handwerkstechniken oder mündlich überlieferte Ausdrucksweisen. Ziel der Unesco-Konvention ist es, das immaterielle Kulturerbe nicht nur in der Kulturpolitik, sondern vor allem auch im Bewusstsein der Bevölkerung zu verankern. (jep)

Zumindest, wenn es nach denjenigen Aargauern und Solothurnern geht, die die Vorschläge bei Karin Janz, Verantwortliche für das bikantonale Kulturprojekt (siehe Box) eingereicht haben.

«Die Erhebung sollte möglichst breit sein, weil wir wissen möchten, was überhaupt alles vorhanden ist» begründet Janz die Vielfalt an Vorschlägen, die auf den ersten Blick nicht immer als Traditionen erkennbar sind.

Klar gebe es auch gewisse Anforderungskritierien: «Die Tradition muss lebendig sein, also auch heute noch praktiziert und sie muss weitergereicht werden.» Die Sauerkrautherstellung sei zum Beispiel heute noch aktuell und habe eine 30-jährige Tradition, die stets weitergegeben wird.

Bis im nächsten Sommer will Janz weitersammeln. Am Schluss entscheidet sie als Projektleiterin, die Vertreter der Kantone, die wissenschaftliche Gesellschaft für Volkskunde und die Kulturförderer der Kantone, welche Traditionen definitiv auf die Liste kommen. «Wie viele es am Schluss sein werden, ist noch nicht klar», so Janz. (jep)