Aarburg
Rund die Hälfte will fürs Geld der Sozialhilfe nicht arbeiten

Aarburg zieht Bilanz zu seinem Sozialhilfeprogramm «Passage»: Obschon man allgemein positiv über die Massnahme spricht, fällt auf, dass fast die Hälfte der aufgebotenen Sozialhilfeempfänger den aufgetragenen Arbeitsmonat schwänzen.

Kim Ghilardi
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Einige Teilnehmer arbeiten gerne für ihr Geld. (zvg)
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Intergrationsmassnahme "Passage" in Aarburg
Das zusammensammeln von Abfall ist eine häufige Beschäftigung der Teilnehmer. (zvg)
Max Forster (rechts) gibt letzte Tipps. (zvg)

Einige Teilnehmer arbeiten gerne für ihr Geld. (zvg)

«Zuerst Arbeiten, dann Sozialhilfe» lautet das Motto der Gemeinde Aarburg. Seit Sommer 2011 läuft die Integrationsmassnahme «Passage» für Sozialhilfeempfänger, dieses Programm zieht nun nach 13 Monaten Bilanz - eine positive, wie die Gemeinde selber behauptet.

Sozialhilfeprogramm «Passage» in Aarburg

In Aarburg ist seit 2011 das Programm «Passage» aktiv. Nach dem Vorbild aus Winterthur müssen Leute, die Antrag auf Sozialhilfe stellen, zuerst einen Monat in den genmeindeeigenen Werkhof arbeiten gehen.

Dort helfen die Teilnehmer beim beseitigen von Abfall oder nehmen andere Arbeitsmöglichkeiten wahr. Am Ende des Monats gibt es dann das Sozialgeld plus ein kleines Extra für die Arbeit. Wer fernbleibt, geht einen Monat leer aus.

Knapp die Hälfte bleibt dem Programm fern

Von diesen 30 Leuten die schlussendlich Passage zugeteilt wurden erschien nur die Hälfte, 46 Prozent brachen das Programm vorzeitig ab, oder erschienen erst gar nicht zur Arbeit. Das ist viel. Zum Vergleich bleiben dem gleichnamigen Programm im Ursprungsort Winterthur nur 21 Prozent fern. Der Überwiegende Teil absolviert das Programm nach den Vorgaben.

Zum vergleichsweise hohen Anteil an «Blaumachern» in Aarburg kann Max Hirsbrunner nicht viel sagen, es sei einfacher in grossen Städten nach den Ferngebliebenen zu schauen, in Aarburg lässt man diese in Ruhe, einen Lohn für den Folgemonat gibt es dann allerdings nicht, dessen müssen sich die Betroffenen bewusst sein.

«Um die Situation derer, die nicht zum Programm erschienen sind, kann man nur spekulieren», sagt Hirsbrunner. Nachforschungen werden keine gemacht, man vermutet aber, dass einige weggezogen sind.

Trotzdem positives Feedback

Der Leiter der Sozialen Dienste bezeichnet die Erfahrungen mit dem Programm als durchwegs Positiv. Von denjenigen, die Passage absolviert hätten, kämen nur gute Rückmeldungen zurück. Besonders positiv wirkt sich die Arbeit im Werkhof auf das Selbstvertrauen der Absolventen aus: «Nach langer Absenz vom Arbeitsmarkt, gibt das Programm vielen wieder Mut sich zu bewerben», sagt Hirsbrunner.

Ausserdem bekäme man so die Gelegenheit Arbeitsunwilligen, sprich den «Blaumachern», nicht gleich viel auszahlen zu müssen wie denen die Arbeiten wollen. Letztere würden so für ihren Einsatz belohnt.

Das Programm wird von der Gemeinde weiterhin fortgeführt.