Asyl

Reformierte Landeskirche stellt auch Asylunterkunft zur Verfügung

Pakistanische Flüchtlinge

Pakistanische Flüchtlinge

Nach der Katholischen Landeskirche wurden auch die Reformierten fündig. In einer Aargauer Gemeinde ist ein Haus für 12 bis 15 Asylsuchende frei. Der Kanton prüft derzeit die Unterkunft.

Es ist bekannt: Bund und Kanton sind allerorten verzweifelt auf der Suche nach Asylunterkünften. Die steigende Zahl der Asylsuchenden und negative entschiede wie beispielsweise Bettwil verschärfen das Problem.

Nachdem im Januar auf Radio DRS und am Sonntag gegenüber der Tagesschau der Kirchenratspräsident der Römisch-Katholischen Kirche im Kanton Aargau berichtete, dass ab dem 1. März im Firmhaus der Landeskirche in der Gemeinde Aarburg die erste Flüchtlingsfamilie untergebracht wird, kann nun auch die Reformierte Landeskirche einen ersten Erfolg melden.

Unterkunft für eine Familie

Frank Worbs, der Kommunikationsbeauftragte der Reformierten Landeskirche, bestätigt gegenüber der az: «Eine unserer Kirchgemeinden verfügt über ein Haus mit zwei Wohnungen, die Platz für 8 bis 10 Personen bieten und idealerweise Familien beherbergen können.« Im Januar erklärten sich beide Landeskirchen dafür, dass auch Kirchen Asylbewerber aufnehmen. In einem Schreiben erinnerten sie an den kirchlichen Auftrag, sich für Verfolgte einzusetzen. Und Ende Januar erklärte Luc Humbel, dass die Liegenschaft in Aarburg sich als Unterkunft eigne.

«Im Gegensatz zur Katholischen Landeskirche verfügen wir nicht über eine kantonale Institution, in welcher man Asylsuchende unterbringen kann», sagt Frank Worbs. Aber auch unsere Kirchgemeinden nutzen ihre Netzwerke und Kontakte, prüfen, wo eine Liegenschaft leerstehen und genutzt werden kann. Unser Angebot liegt derzeit beim Kanton zur Prüfung vor.»
Der Ort wird erst kommuniziert, wenn alles geprüft ist und die Wohnungen auch wirklich frei gegeben werden können, wohl auch, um eine Eskalierung politischer Kräfte zu vermeiden.

Appell an Liegenschaften-Besitzer

Auch hier geht es nicht um Massenunterkünfte, wie etwa in Bettwil geplant war, sondern um die Unterbringung von Familien, alleinerziehenden Müttern und alleinstehenden Frauen. Dafür kommen Einfamilienhäuser oder Teile von Immobilien in Frage. Die Vermieter erhalten selbstverständlich den marktüblichen Mietzins. Die Bitte um Solidarität aber stösst gewissen Kreisen sauer auf, und bietet eine Steilvorlage für Kritik an Regierungsrätin Susanne Hochuli. Für sie es kein verzweifelter Hilferuf, sondern die Bitte um Solidarität. «Es ist tatsächlich eine Notsituation und da muss man alle Möglichkeiten ausschöpfen».

Kurz vor Weihnachten war bekannt geworden, dass Asylsuchende von voll belegten Empfangs- und Verfahrenszentren trotz Schnee und Kälte weggeschickt worden waren, darunter auch eine fünfköpfige Familie.

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