Wahlen 2011
Politiker und Politikerinnen gehen jetzt mit Videos auf Wahlfang

Nationalrats-Kandidaten und -Kandidatinnen lassen keinen Kanal mehr aus, um auf sich aufmerksam zu machen. Ralf Bucher, Marianne Binder, Ivica Petrusic und Kurt Fluri haben jetzt Videos aufgeschaltet. Wie gut sind die Botschaften?

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Ein Video allein macht noch keinen Nationalrat und auch keinen Ständerat. Für Andreas Schäerer, PR-Unternehmer aus Lenzburg, ist es viel mehr «der gute Mix aller Massnahmen», der entscheidend ist. Schärer hat für den Regional-TV-Sender Tele M1 die vier Videos analysiert und bewertet.

Schlecht weg kommt bei Schärer CVP-Kandidat Ralf Bucher. « Nach meine Geschmack zu hemdsärmelig produziert. Ob er so ernst genommen wird und Stimmen gewinnt, wage ich zu bezweifeln. Etwas weniger «Flash Gordon» wäre angebracht. Bauer sucht guten Regisseur!», so Schärers Fazit.

Wenig Pluspunkte gibt es auch für den Solothurner FDP-Ständeratskandidat Kurt Fluri: «Er kommt meines Erachtens zu staatsmännisch rüber. Zu viel Politik im Film, zu wenig Lockerheit. Hier mache ich ein grosses Fragezeichen, ob dieses Medium für das Persönlichkeitsprofil von Kurt Fluri geeignet ist.»

Pluspunkte verteilt Schärer dagegen Ivica Petrusic von der SP. «Toll produziert und mutig einen ganz anderen Weg gegangen», so Schärer. Er über aber auch Kritik: «Die politischen Statements wirken allerdings erzwungen und wenig glaubwürdig. Und ob die PS-Show zum SP-Programm passt, wage ich zu bezweifeln. Zu zu viel PS sagt auch die SP nicht Ja. Eher fürs Ego als für die Wahl.»

Am besten weg kommt die CVP-Frau Marianne Binder. «Seriös, attraktiv, glaubwürdig. Die Kommunikationschefin der CVP Schweiz präsentiert sich telegen und authentisch. Guter Aufbau des Films mit klaren Aussagen.»

Für Schärer ist klar: Die Wahlkampffilme sollten daher dazu eigesetzt werden, die Persönlichkeit des Kandidaten abzubilden und weniger dafür, komplexe politische Programme zu kommunizieren. «Ein gewisser Grad an Unterhaltung und Spass beim Zuschauen darf in diesem Medium nicht fehlen. Aber zu viel kann auch kontraproduktiv sein», so Schärers Rat. (rsn)

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