Zusätzlich zum ordentlichen Finanzausgleich hat der Kanton Aargau drei Gemeinden zur Abdeckung der Überschuldung zusätzliche Beiträge im Gesamtwert von fünf Millionen Franken zugesprochen. Wir haben bei den drei betroffenen Gemeinden Schlossrued, Staffelbach und Effingen nachgefragt, wo die Überschuldung ihren Ursprung hat.

Schlossrued: Vier grosse Investitionen hat die Gemeinde in den letzten drei Jahren getätigt. Die Sanierung der Verbindungsstrasse nach Kirchleerau kostete 500000 Franken, jene der Friedhofsanlage 430000 Franken, das neue Feuerwehrgebäude warf 1,4 Millionen Franken auf, die Sanierung des Werkhofs 450000 Franken. «Das waren alles Pflichtinvestitionen, die ein grosses Loch ins Portemonnaie gerissen haben», sagt Gemeindeammann Martin Goldenberger. Zudem habe Schlossrued im letzten Jahr «zum ersten Mal seit Menschengedenken» keinen Finanzausgleich erhalten. Momentan hat die Gemeinde einen vollständigen Investitionsstopp verhängt. «Nur noch die nötigsten Unterhaltsarbeiten werden getätigt», sagt Goldenberger. Für die Zukunft müsse eine Erhöhung des Steuerfusses (heute 112 Prozent) in Erwägung gezogen werden, «was jedoch nicht wünschenswert ist».

Keine Luxusinvestitionen

Staffelbach: Höhere Steuern will man hier möglichst vermeiden. «Wir möchten wieder mehr Steuerzahler nach Staffelbach locken, die helfen, die Schulden abzubauen», sagt Gemeindeammann Petra Schär. Die Überschuldung sei auf den rund sieben Millionen Franken teuren Bau der Turnhalle vor sieben Jahren zurückzuführen. Wie in Schlossrued tätigt auch Staffelbach nur noch die nötigsten Investitionen wie zum Beispiel für den Strassenunterhalt. «Wir wollen das Dorf ohne Luxusinvestitionen möglichst attraktiv halten», sagt Schär.

Effingen: Die Einwohnergemeinde hat momentan Schulden in der Höhe von rund fünf Millionen Franken. «Bei einem Steuereinkommen von rund 1,5 Millionen Franken ist das relativ happig», sagt Gemeindeschreiber Stefan Treier. Grund für die Verschuldung seien die kontinuierlichen Investitionen in die Infrastruktur. Vor allem die Sanierung der Dorfstrasse schlägt noch immer zu Buche. Das Effinger Jahrhundert-Bauprojekt hatte die Gemeinde 2008 über drei Millionen Franken gekostet – der grösste Kredit in der Geschichte des 600-Seelen-Dorfes. Der zusätzliche Beitrag des Kantons in der Höhe von 2,6 Millionen Franken fliesst denn auch in die «Amortisierung der Schulden, die – hauptsächlich – von der Sanierung der Dorfstrasse stammen», sagt Treier. Die finanzielle Situation der Gemeinde soll sich in den nächsten Jahren entschärfen. Treier: «Investitionen in der Höhe wie die Dorfstrasse kommen nicht auf uns zu. Und wir folgen einem gezielten Sparkurs des Gemeinderats.»