Persönlich
Knoblauchbutter direkt ab Kuh – dem Klima würde es helfen

Eine Kuh kann nichts dafür, dass sie für den Klimawandel mitverantwortlich gemacht wird. Ihr Gasausstoss kann aber mit der richtigen Ernährung reduziert werden.

Eva Berger
Eva Berger
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Milchkühe bekommen im Stall am Mittag zusätzlich ein Gemisch aus Heu und Mais nach dem Weiden auf der Wiese.

Milchkühe bekommen im Stall am Mittag zusätzlich ein Gemisch aus Heu und Mais nach dem Weiden auf der Wiese.

Alex Spichale

Ich war kürzlich wieder einmal beruflich auf einem Bauernhof. Anlass war die Präsentation einer Vorstudie für eine klimafreundliche biologische Landwirtschaft trotz Kuh. Da besteht bekanntermassen ein Interessenskonflikt, weil Kühe für einen guten Teil der Klimagase in der Atmosphäre verantwortlich sind. Aber man kann ihnen ja nicht das Furzen verbieten.

Die Wissenschaft ist also auf der Suche nach anderen Massnahmen. So lässt sich über die Fütterung die Kuh-Verdauung steuern. Ausgerechnet Gras ist es nämlich, welches im Innern der Kuh zu sehr viel Gas führt. Würden alle Kühe nur noch im Stall Kraftfutter fressen, wäre ein Teil des Problems gelöst. Weil das aber weder mit Tierwohl noch Ansprüchen an Kühe als Landschaftspfleger vereinbar ist, braucht es einen Mittelweg. Mit Spitzwegerich auf den Weiden wird das Gas bereits reduziert, hat man herausgefunden. Auch Knoblauch und Leinsamen im Kuh-Futter sollen für die Atmosphäre günstig sein.

Das hat mich dann doch etwas stutzig gemacht. Ausser Gas produzieren die Kühe ja vor allem auch Milch. Wie diese geschmacklich bei einer reinen Knoblauch-Fütterung aus dem Euter käme, kann ich mir nur schlecht vorstellen. Auch, wie es bei dieser Ernährungsform im Kuhstall riechen würde, mag ich mir nicht ausdenken. Vielleicht ergeben sich daraus aber auch interessante Möglichkeiten – Knoblauchbutter direkt ab Kuh kenne ich jedenfalls noch nicht.

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