Perry Center Oftringen
Freude am Umsatz, Ärger mit Schülerinnen und Schülern: Center-Leiter Ruedi Bügler im Gespräch

Weil die Aargauer Schulen in der Woche vor Weihnachten geschlossen waren, verbrachten halbe Schulklassen die Nachmittage im Perry Center – sehr zum Ärger von Geschäftsleiter Ruedi Bügler.

Philippe Pfister / ZT
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Freut sich über die Umsätze im November und Dezember: Perry-Chef-Ruedi Bügler, hier bei einem ZT-Talk im letzten Jahr.

Freut sich über die Umsätze im November und Dezember: Perry-Chef-Ruedi Bügler, hier bei einem ZT-Talk im letzten Jahr.

Philippe Pfister

Im Perry Center klingelten im Advent und in der Zeit der Festtage die Kassen: «Besucherzahlen und Umsatz waren im November und Dezember überdurchschnittlich gut», sagt Center-Leiter Ruedi Bügler. Allerdings: «Alles andere wäre sehr unerfreulich, denn wir haben in den letzten Jahren ja auch massiv investiert.» Dass die Menschen in Scharen ins Perry Center strömten, sei wohl auch eine Folge der Pandemie: «Vieles andere konnten oder wollten die Leute nicht machen.» Vor allem in den Lebensmittel- und Elektronik-Abteilungen schnellten die Umsatzzahlen nach oben: «Die Leute kaufen ein, um daheim zu kochen oder rüsteten ihr Homeoffice auf», glaubt Bügler.

Eher noch verhalten lief es in der Gastronomie. «Mit der Zertifikatskontrolle steigt der Aufwand in den Restaurants, die Umsätze gingen gleichzeitig eher zurück. Im Grossen und Ganzen sind wir aber auch hier auf guten Wegen.»

Zusätzliche Sicherheitsleute sorgten für Ordnung

Einigen Aufwand und Ärger verursachte die Tatsache, dass die Schulen im Kanton Aargau eine Woche früher, also schon am 17. Dezember, schlossen. «Statt in der Schule verbrachten halbe Schulklassen die Nachmittage im Perry Center.» Die Schülerinnen und Schüler hielten die Abstände nicht ein und trugen Masken – wenn überhaupt – nur widerwillig. «Das führte für das Management zu teilweise schwierigen Diskussionen», so Bügler. Anfragen bei der Polizei fruchteten wenig: «Es hiess, wir seien für die Wegweisungen zuständig. Wir mussten reagieren und haben zusätzliche Sicherheitsleute eingestellt, die dafür sorgen, dass die Regeln eingehalten werden.» Eine unbefriedigende und schwierige Aufgabe: «Wir wollen ja die Kundschaft von morgen nicht vertreiben. Andererseits müssen wir die Ordnung aufrechterhalten.»

Ein Ärzte- und Zahnarztzentrum zieht ein

Ende Oktober war bekannt geworden, dass die Interkauf AG das Perry Center an Coop verkauft hat. «Coop erwirbt damit einen optimalen Standort und baut seine Stellung in der Region weiter aus», hiess es damals. Coop habe mit seinen 42 Einkaufscentren viel Erfahrung und sichere den Fortbestand und den nachhaltigen Erfolg des Perry Centers optimal ab. Sämtliche Mitarbeitenden konnten bleiben; über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. «Der Prozess der Integration läuft», sagt Bügler. Eine Veränderung des Ladenmix stehe nicht an. Allerdings laufen Vorbereitungen für ein neues Angebot: Schon im Laufe dieses Jahres soll im Perry Center ein Ärzte- und Zahnarztzentrum eröffnen. Verhandlungen laufen, mehr Details würden bekannt, wenn diese unter Dach und Fach seien, sagt Bügler.

Gebaut wurde das Perry Center 1973, also vor fast 50 Jahren, auf einer stolzen Fläche von 5500 Quadratmetern. Die Luzerner Unternehmerfamilie Balthasar war Gründungspartner und übernahm später das gesamte Aktienpaket der Interkauf AG. Zwischen 2018 und 2020 wurde das ganze Perry Center – wegen Corona unter schwierigen Bedingungen – umfassend umgebaut. Die Verkaufsflächen und die Mall wurden verändert und es gab neue Mieter. Zusätzlich zog mit dem Holiday Inn Express ein Hotel ins Center.

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