Eröffnungsfest

Nicht alle freuen sich über neue WSB-Linie

Von links: WSB-VR-Präsident Martin Heiz, AAR bus+bahn-Direktor Mathias Grünenfelder, Gemeindeammann Heinz Baur (Buchs), Landammann Peter C. Beyeler, Gemeindeammann Beat Rüetschi (Suhr) sowie Aaraus Stadtammann Marcel Guignard im Bahnhof Buchs. AndrE aLBRECHT

Von links: WSB-VR-Präsident Martin Heiz, AAR bus+bahn-Direktor Mathias Grünenfelder, Gemeindeammann Heinz Baur (Buchs), Landammann Peter C. Beyeler, Gemeindeammann Beat Rüetschi (Suhr) sowie Aaraus Stadtammann Marcel Guignard im Bahnhof Buchs. AndrE aLBRECHT

Zeitgleich fuhr gestern um 13.30 Uhr von Aarau und von Suhr je ein WSB-Sonderzug los: Ziel war der neue WSB-Bahnhof in Buchs. Dort wurden die zahlreichen Ehrengäste von der Harmoniemusik Buchs begrüsst. Doch es gab auch kritische Stimmen.

Im eigens errichteten und bis auf den letzten Stehplatz gefüllten Festzelt folgte dann die offizielle Eröffnung des 3,6 km langen WSB-Abschnitts, der endlich zu einem eigenen Trassee gekommen ist. Den Redereigen eröffnete Heinz Baur, Gemeindeammann der gastgebenden Gemeinde Buchs.

Unterwegs mit der WSB-Bahn

Unterwegs mit der WSB-Bahn

Er machte sogleich klar, dass sich nicht alle über die neue Linienführung freuen. Im Mitteldorf in Buchs hätte man gern eine Bahnunterführung gehabt, rief er in Erinnerung. Baur: «Jetzt haben wir eine Kreuzung Strasse/Schiene. Ab Montag wird sich weisen, ob der Verzicht darauf wirklich richtig war.» Er ist gar nicht überzeugt, dass das Geld, das Buchs an die neue Linienführung geben muss, für Buchs gut angelegt ist. Er glaubt, dass nur wenige den Bahnhof Buchs nutzen werden. Man werde genau rechnen, «wie hoch wir alle Zu- und Wegfahrten subventionieren». An den Tischen der Ehrengäste rührten sich nach dieser Festrede, die eher einer Philippika glich, wenige Hände, derweil viele Einheimische heftig applaudierten.

Zu einer Einheit zusammenwachsen

Grösser hätte der Kontrast zum Folgeredner – Gemeindeammann Beat Rüetschi von Suhr – kaum sein können. Er habe eine Riesenfreude, bekannte Rüetschi: Die Tramstrasse endlich, endlich ohne Bahn!» Quartiere könnten wieder zu einer Einheit zusammenwachsen, so seine Vision. Endlich seien die gefährlichen Begegnungen zwischen Bahn und Strasse Vergangenheit. Suhr werde profitieren, es zahle aber auch am meisten daran, meinte Rüetschi mit einem Seitenblick auf seinen Buchser Kollegen. Er hoffe, dass viele umsteigen, «auf die attraktive S14 – die WSB»: Diesmal gab es Applaus von Ehrengästen und Einheimischen.

Freude auch beim Aarauer Stadtammann Marcel Guignard, dessen Stadt jetzt «noch direkter mit den beiden Tälern verbunden ist». Einen Wermutstropfen hatte aber auch er zu beklagen: Aarau werde alles daran setzen, dass die leider gestrichene Haltestelle Torfeld Süd doch noch kommt.

WSB-Verwaltungsratspräsident Martin Heiz erinnerte Zweifler des Ausbaus daran, dass bis 2025 eine weitere Zunahme des öffentlichen Verkehrs um 50 Prozent erwartet werde. Dafür müsse man gewappnet sein. Viele Pendler hätten bisher in Aarau wegen WSB-Verspätung ihren SBB-Anschlüssen nachrennen müssen (gilt auch umgekehrt). Das neue Trassee bringe nebst mehr Sicherheit nötige Fahrplanstabilität.

Lust wird zum Frust

Ob ihm ob Baurs Worten die Freude verging oder ob tatsächlich schon alles gesagt worden war, sei dahingestellt. Jedenfalls liess Landammann Peter C. Beyeler seine vorbereitete Rede liegen. Er bekannte: «Ich gehöre zu denen, die heute Freude haben. Ich stehe dazu.» Es sei ihm bewusst, dass Projekte rund um den Verkehr Frust und Lust auslösen. Wenn alle gleichzeitig Strasse und Schiene nutzen, werde die Lust zum Frust.

Dafür brauche es Lösungen. Er ist überzeugt, dass die Aufwertung der WSB – auch mit neuen, klimatisierten Wagen – nötig war. Auch der WSB-Bahnhof in Aarau werde bereits zu eng. Beyeler zeigte Verständnis für Buchs, erinnerte aber daran, dass auch Aarau Aufgaben bezahle, von denen andere profitieren, etwa Buchs. «Beyeler: «Es ist ein Geben und Nehmen.»

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