Energie-Zukunft

Neugegründete IG Cleantech Aargau als Plattform für Energiewende

Die Gründer der IG Cleantech Aargau von links: Daniel Styger, René Herzog, Alexander Wokaun, Peter Staub, Pascale Bruderer, Franz Grüter, Jürg Christener und Alfred Waser. Emanuel Freudiger

Die Gründer der IG Cleantech Aargau von links: Daniel Styger, René Herzog, Alexander Wokaun, Peter Staub, Pascale Bruderer, Franz Grüter, Jürg Christener und Alfred Waser. Emanuel Freudiger

Der Kanton Aargau will aus der Kernenergie aussteigen, beschloss der Regierungsrat diesen Donnerstag. Die neu gegründete IG Cleantech Aargau will zu einer wichtigen Stimme werden.

Das Timing hätte nicht besser sein können. Am Donnerstag gab der Regierungsrat seine Unterstützung für den Atom-Ausstieg bekannt. Und gestern lud die neu gegründete Interessengemeinschaft (IG) Cleantech Aargau zur Medienkonferenz in der Fachhochschule in Brugg-Windisch. Allfällige Zusammenhänge wurden aber gleich zu Beginn zerstreut. «Die Idee, eine IG Cleantech Aargau zu gründen, entstand bereits im letzten Jahr», stellte Pascale Bruderer klar.

Breit abgestütztes Gründungsteam

Die Aargauer SP-Nationalrätin ist die Initiantin der IG. Mit Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft wollen die Gründer Cleantech im Aargau stärken. Die IG soll für engagierte Unternehmer eine Plattform darstellen und die Politik motivieren, förderliche Rahmenbedingungen zu schaffen. Mit dem Begriff Cleantech werden Produkte und Dienstleistungen bezeichnet, welche die Leistung und Effizienz steigern und gleichzeitig einen tieferen Energieverbrauch aufweisen.

Internationaler Taktgeber

Das Gründungsteam der IG will, dass der Kanton Aargau sein Potenzial im Bereich Cleantech stärker nutzt. Der Aargau soll auch international in diesem Bereich Taktgeber werden, forderte Bruderer. Die Wirtschaft ist mit René Herzog (Herzog Kull Group), Alfred Waser (Technopark), Franz Grüter (green.ch) und Peter Staub (pom+consulting AG) vertreten. Sie betonten, dass mit den richtigen Produkten viel Energie gespart werden könne. René Herzog nannte die drehzahlregulierten Elektromotoren, die so viel Strom sparen könnten, wie 1,9 Millionen Haushalte im Jahr verbrauchen.

Alexander Wokaun vom Paul- Scherrer-Institut plädierte für ein Netzwerk von Haushalten, die dezentral Strom erzeugen. Auch Daniel Styger ist ein Freund von dezentraler Stromgewinnung. Als Vertreter des Wasserwirbelkraftwerks Schöftland zeigte er wie Wasserkraft in Einklang mit der Natur gebracht werden kann.

Um Cleantech im Aargau zu stärken, braucht es Fachkräfte. FHNW-Direktor Jürg Christener verwies auf den erfolgreichen Studiengang Energie- und Umwelttechnik: «Wir sind das Öl in der Cleantech-Entwicklung.» Gestern unterstrich die IG die positive Bedeutung, des breit abgestützten Gründungsteams. Befürchtungen, dass die IG Cleantech Aargau eine leere Hülle bleiben könnte, hat Pascale Bruderer jedoch nicht: «Das Thema bleibt aktuell und die IG wird bestimmt weiterwachsen.» Mittelfristig möchte die IG Cleantech Aargau zu einer gewichtigen Stimme werden, wenn es um Energiepolitik geht. «Das kantonale Energiegesetz ist ein gutes Beispiel, bei dem wir uns äussern werden», so Bruderer.

Zusammenarbeit mit Regierung

Möglicherweise greift schon bald der Regierungsrat auf die gebündelten Kompetenzen der IG Cleantech Aargau zurück. Am Donnerstag verkündete Regierungsrat Urs Hofmann, dass der Kanton noch vor den Sommerferien ein Massnahmepaket im Bereich Cleantech ausarbeiten werde. Erste Kontakte zwischen dem Kanton und der IG Cleantech Aargau sind schon geknüpft. «Der Regierungsrat ist informiert und weiss, dass sich die IG gerne einbringen wird», sagt Pascale Bruderer.

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