Neues Konzept
Migros Aare gibt weniger Rabatt auf ablaufende Ware – und verkauft damit mehr

Produkte, die kurz vor dem Ablaufdatum stehen, wurden früher zuerst um 25 Prozent und später um 50 Prozent reduziert. Jetzt testet die Genossenschaft Migros Aare ein neues Konzept, dabei werden die Preise einheitlich um 33 Prozent gesenkt .

Dominic Kobelt
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«Als ich Anfang März in der Migros einkaufte, stellte ich fest, dass alle ablaufenden Lebensmittel nicht mehr um 50 Prozent reduziert waren, sondern nur noch um 33 Prozent.» Das schrieb Matthias Weinhold aus Mülligen kürzlich in einem Leserbrief in der AZ.

Während andere Grossverteiler auf den Sinn der Reduktion hinweisen würden, wie «Verwenden statt verschwenden: 50 %» (Coop) oder «Bitte rette mich: 50 %» (Volg), gehe bei der Migros die Steigerung des Gewinns vor der Vermeidung von Food Waste, hielt der Leser weiter fest.

Andrea Bauer, Sprecherin der Migros Aare, teilt dazu auf Anfrage mit, man habe das Verbilligungskonzept für Produkte angepasst, die kurz vor dem Ablaufdatum. Früher wurden die Produkte zuerst um 25 Prozent, gegen Abend dann um 50 Prozent reduziert, erklärt Bauer: «Neu wird nur noch einmal am Tag vor Ablaufdatum verbilligt, dafür bereits von Beginn weg mit 33 Prozent. Dies hat für die Kundschaft den Vorteil, dass bereits früher von höheren Rabatten profitiert werden kann.»

Die Waren bekommen einen neuen EAN-Code mit dem neuen Preis

Die Waren bekommen einen neuen EAN-Code mit dem neuen Preis

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Für die Kunden bedeutet das aber auch, dass die Produktepreise nur noch um einen Drittel, nicht mehr um die Hälfte reduziert werden. Was hat das für Auswirkungen auf das Kaufverhalten? Das Konzept scheint zu funktionieren, sagt Bauer: «Die Produkte werden so bereits tagsüber besser verkauft und bleiben abends weniger häufig übrig. Gleichzeitig wird auch der Aufwand für unsere Mitarbeitenden massiv reduziert, da die Ware nur noch einmal reduziert werden muss.» Die Produkte bekommen einen neuen EAN-Code mit dem neuen Preis, darunter steht aber nach wie vor der ursprüngliche Preis. Dieser ist auch nach wie vor am Regal angeschrieben.

Momentan sieht es also gut aus für das neue Konzept. «Noch befinden wir uns in der Testphase und werten die Daten laufend aus», macht Bauer klar. «Im Moment zeigt sich aber effektiv, dass wir so mehr Ware tagsüber verkaufen und damit weniger übrig bleibt und zu Foodwaste wird.» Kundenreaktionen seien bisher ausgeblieben.